Bald greift Disney Netflix an

Der Disney-Konzern hat dank Erfolgen im Filmgeschäft gut gewirtschaftet. Im Bild Keira Knightley und Mackenzie Foy im Disney-Film 'Der Nussknacker und die vier Reiche'
Der Disney-Konzern hat dank Erfolgen im Filmgeschäft gut gewirtschaftet. Im Bild Keira Knightley und Mackenzie Foy im Disney-Film 'Der Nussknacker und die vier Reiche' © KEYSTONE/AP Disney/LAURIE SPARHAM
Vor der Übernahme grosser Teile des Rivalen 21st Century Fox aus dem Imperium von Medienmogul Rupert Murdoch liefert der Disney-Konzern glänzende Zahlen. Insbesondere das Filmgeschäft läuft prächtig.

Der US-Entertainment-Riese Walt Disney hat im Sommer dank Kinoerfolgen wie «Die Unglaublichen 2» und «Ant-Man and the Wasp» einen kräftigen Gewinnsprung gemacht. Doch der Konzern blickt bereits in Zukunft: Vorstandschef Bob Iger gab weitere Details zum geplanten Online-Videodienst bekannt, mit dem Disney bald zum Angriff auf den Streaming-Marktführer Netflix blasen will.

Im vierten Geschäftsquartal (bis Ende September) legte der Überschuss im Jahresvergleich um knapp ein Drittel auf 2,3 Milliarden Dollar (2,0 Mrd Euro) zu, wie der vor der Übernahme grosser Teile des Rivalen 21st Century Fox stehende Konzern nach US-Börsenschluss am Donnerstag im kalifornischen Burbank mitteilte. Die Erlöse wuchsen um zwölf Prozent auf 14,3 Milliarden Dollar.

Damit übertrafen die Zahlen die Erwartungen der Experten klar. Die Aktie stieg am Freitag vorbörslich um 1,5 Prozent, auf Jahressicht liegt der Kurs mit 7,5 Prozent im Plus. Vor allem in der Filmsparte liefen die Geschäfte gut, hier schoss der operative Gewinn um 50 Prozent auf 2,2 Milliarden Dollar nach oben. Doch auch die übrigen Sparten – Disneys Themenparks und Resorts sowie der TV-Bereich mit dem Sportsender ESPN – verbuchten deutliche Zuwächse.

In Zukunft will sich der Hollywood-Gigant verstärkt auf den boomenden Streaming-Markt konzentrieren, da Online-Videodienste wie Netflix immer mehr Kunden abjagen. Disney bringt deshalb Ende 2019 einen eigenen Internet-Service an den Start, der den Namen “Disney+” tragen wird, wie Konzernchef Iger in einer Schalte mit Analysten verriet. Dort sollen zum Beispiel die lukrativen «Marvel»-Comic-Verfilmungen sowie die Filme und eine geplante neue TV-Serie aus dem «Star-Wars»-Universum verfügbar sein. Zudem setzt Disney auch stark auf zugekaufte Inhalte des Konkurrenten Fox. Die über 70 Milliarden Dollar schwere Übernahme nahm mit der Genehmigung durch die EU-Wettbewerbshüter am Dienstag eine wichtige Hürde.

«Wir konzentrieren uns weiter auf den erfolgreichen Abschluss und die Integration unserer Akquisition von 21st Century Fox», sagte Disney-Chef Iger bei Vorlage des Finanzberichts. Nicht nur im vergangenen Quartal, auch im gesamten abgelaufenen Geschäftsjahr lief es für den Konzern glänzend. Disney steigerte den Gewinn um 40 Prozent auf 12,6 Milliarden Dollar (11,1 Mrd Euro). Der Umsatz kletterte um acht Prozent auf 59,4 Milliarden Dollar. Beides sind nach Angaben von Konzernchef Iger neue Rekordwerte.

(SDA)


Newsletter abonnieren
0Kommentare
noch 500 Zeichen