Erwachsene sollen in Panik geraten

Für die schwedische Klimaschutz-Aktivistin Greta Thunberg musste die weltweite Bewegung "Fridays For Future" kommen. (Archivbild)
Für die schwedische Klimaschutz-Aktivistin Greta Thunberg musste die weltweite Bewegung "Fridays For Future" kommen. (Archivbild) © KEYSTONE/EPA/FOCKE STRANGMANN
Die schwedische Klimaschutz-Aktivistin Greta Thunberg hat den Regierungen weltweit zu wenig Ehrgeiz im Kampf gegen die Erderwärmung bescheinigt. Anstatt zu handeln, vergeudeten Politiker allerorten Zeit.

Das sagte die 16-Jährige am Freitag laut Medienberichten am Rande einer Demonstration vor dem Reichstag in Stockholm. «Es gibt so viel, was getan werden muss. Aber ein Anfang wäre, dass sie damit anfangen, zu sagen, wie es ist. Und was tatsächlich getan werden muss; wie sehr die Emissionen verringert werden müssen.»

Während Thunberg ihr bekannt gewordenes Schild mit der Aufschrift «Skolstrejk för klimatet» (Schulstreik fürs Klima) in der Hand hielt, war auf einem von anderen Demonstranten gehaltenen Banner zu lesen: «Ihr könnt das Klima nicht bestechen.»

Für den Freitag waren weltweit mehr als 2000 Klimaproteste in über 120 Ländern geplant. Thunberg gilt als Vorbild der Schulstreiks. Sie hat im August 2018 damit begonnen, vor dem schwedischen Parlament für eine beherztere Klimapolitik ihres Landes zu protestieren.

In einem Gastbeitrag, der im britischen «Guardian» veröffentlicht wurde, schrieb Thunberg zusammen mit anderen jugendlichen Organisatoren der globalen Initiative «Fridays For Future»: «Diese Bewegung musste kommen, wir hatten keine Wahl.»

Die jüngsten Wald- und Buschbrände in Schweden und den USA, Überschwemmungen und Dürreperioden in Australien und Deutschland sowie rapide schmelzende Gletscher hätten ihnen vor Augen geführt, dass «etwas sehr falsch läuft». Die Erderwärmung nannten sie die «grösste Gefahr, der die Menschheit jemals gegenüber gestanden hat».

Von den Erwachsenen erwarte die Bewegung nicht, dass sie der Jugend Hoffnung spende. «Wir wollen, dass ihr in Panik geratet und handelt. Wir wollen, dass ihr euch anschliesst», heisst es in dem Beitrag.

Konkret müsse schnell weltweit der Ausstieg aus Kohle, Öl und Gas organisiert werden, Subventionen für diese Art «schmutziger Energie» gehörten abgeschafft, stattdessen müsse viel mehr Geld in erneuerbare Energien fliessen.

(SDA)


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