Klopp: «Es spielt keine Rolle, warum wir gewonnen haben»

Jürgen Klopp ist der Baumeister des Erfolgs von Liverpool und trainiert die "Reds" seit Oktober 2015
Jürgen Klopp ist der Baumeister des Erfolgs von Liverpool und trainiert die "Reds" seit Oktober 2015 © KEYSTONE/EPA EFE/KIKO HUESCA
Dank einem 2:0 gegen Tottenham in einem mittelmässigen Final setzen sich Liverpool und Trainer Jürgen Klopp die Krone Europas auf. Für den Deutschen ist es der grösste Erfolg seiner Karriere.

Mit einer Flasche Bier und im Traineranzug, den er bereits während der Partie getragen hatte, erschien Jürgen Klopp nach Mitternacht zur Pressekonferenz in den Katakomben des Estadio Metropolitano in Madrid. Erklären, warum Liverpool gewonnen und er endlich seinen ersten Titel mit den «Reds» feiern konnte, wollte der ansonsten so redselige Deutsche gar nicht. «Es spielt keine Rolle.»

Klopp war stolz auf seine Spieler und freute sich für die Liverpool-Fans aus aller Welt. Besonders hob er neben Keeper Alisson, der lange kaum beschäftigt war, in der Schlussphase aber einige gute Paraden zeigen musste, auch Captain Jordan Henderson und James Milner hervor. Alle Jungs seien sehr wichtig, so Klopp, der Einfluss der beiden englischen Internationalen in der Kabine sowie auf und neben dem Feld sei aber enorm.

«Ich bin so glücklich für meine Spieler», sagte Klopp. «97 Punkte in der Liga und der Champions-League-Titel sind unglaublich.» Womöglich würden die Jungs erst am Sonntag, wenn sie den sechsten Titel in der Königsklasse mit einer Parade in der Heimat feiern werden, das Ganze realisieren. Nach zwei verlorenen Finals stehen die «Reds» erstmals seit 2005 wieder auf dem Gipfel Europas.

Der Deutsche glaubt nicht, dass der Erfolgshunger nach dem Triumph nun gestillt ist. «Viele Spieler sind in einem guten Alter und haben die beste Zeit noch vor sich.» Und Verteidiger Virgil Van Dijk, der zum besten Spieler des Spiels gewählt wurde, sagte: «Im Juli beginnt alles wieder bei null. Wir wollen so viele Pokale wie möglich gewinnen und in der Liga Manchester City erneut herausfordern.» Es tönte wie eine Drohung.

Klopps Gegenüber Mauricio Pochettino zeigte sich enttäuscht, aber auch stolz: «Wir haben eine fantastische Saison gespielt, aber ein Final spielt man, um ihn zu gewinnen.» Am Ende hätten Details entschieden. «Liverpool war aggressiver und vor dem Tor kaltblütiger.» Bereits die beiden Vergleiche in der Premier League in dieses Saison entschieden die «Reds» zu ihren Gunsten.

«So bitter der Moment ist, in ein paar Stunden können wir auch wieder das Positive sehen.» Über seine Zukunft wollte sich der 47-jährige Argentinier nicht im Detail äussern, weil Aussagen missinterpretiert werden könnten. «Es ist wichtig, ruhig zu bleiben», so Pochettino, der innerhalb von fünf Jahren die Spurs in der Spitze der Premier League etabliert und erstmals in die Champions-League-Final geführt hat. Noch besitzt er beim Klub aus dem Nordosten Londons einen Vertrag bis 2023.

(SDA)


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