KSSG: Jede fünfte Prostituierte ist krank

Von 600 untersuchten Frauen trug jede fünfte eine Geschlechtskrankheit in sich. (Themenbild)
Von 600 untersuchten Frauen trug jede fünfte eine Geschlechtskrankheit in sich. (Themenbild) © Keystone/DPA/Andreas Arnold
Das Kantonsspital St.Gallen (KSSG) hat 600 Prostituierte untersucht. Und festgestellt: Jede fünfte Sexarbeiterin leidet an einer sexuell übertragbaren Krankheit, ohne dies zu wissen.

Pietro Vernazza, Chefarzt für Infektiologie am Kantonsspital St.Gallen (Archivbild: Tagblatt/Ralph Ribi)

Die Sonntagszeitung hat heute erste Resultate der noch unveröffentlichten Studie von Pietro Vernazza, Chefarzt der Klinik für Infektiologie am Kantonsspital St.Gallen, veröffentlicht. Die rund 120 Frauen, die an einer Geschlechtskrankheit leiden, hätten weder Symptome noch Beschwerden.

Am häufigsten stellten Vernazza und sein Team die Krankheiten Tripper, Chlamydien und Syphilis fest – HIV und Hepatitis kamen laut der Sonntagszeitung praktisch nicht vor. Vernazza warnt: «Werden die Frauen nicht behandelt, besteht eine Gefahr für die öffentliche Gesundheit.» Die Freier würden die Infektionen in ihre Familien tragen; Tripper und Syphilis seien auch oral übertragbar. Nun schlägt der KSSG-Chefarzt vor, Prostituierte finanziell zu unterstützen, damit sie häufiger Tests machen können.

(red.)

 


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