Kann heute weiter gesucht werden?

Noch ist nicht klar, ob sich weitere Leute im Bereich des Lawinenabgangs aufgehalten haben.
Noch ist nicht klar, ob sich weitere Leute im Bereich des Lawinenabgangs aufgehalten haben. © Kapo SG
Nach der Lawine auf der Schwägalp vom Donnerstag beurteilen heute Freitag Spezialisten die Lage. Der Fokus liegt dabei auf den Aufräumarbeiten und der Suche nach möglichen Verschütteten.

Was man bisher weiss

  • Am Donnerstagnachmittag ist eine Lawine vom Säntis in die Schwägalp abgegangen
  • Die Lawine traf den Restaurantbereich des Hotels auf der Schwägalp, das Personalhaus und ein Gebäude einer Alpkäserei
  • Durch die Lawine wurden drei Personen leicht verletzt
  • Es entstand hoher Sachschaden, grosse Teile des Restaurants wurden zerstört, 15 bis 20 Autos wurden von der Lawine verschüttet
  • Hotelgäste werden keine vermisst
  • Ob unter der Lawine noch Menschen sind, ist nicht klar, die Polizei hat aber keine Anhaltspunkte, die auf Vermisste schliessen würden
  • Die Suchaktion wurde wegen starken Schneefalls unterbrochen und wird am Freitag weitergeführt
  • Kurz nach 20 Uhr ging noch eine weitere kleinere Folgelawine runter
  • Die Suche nach möglichen Vermissten geht am Freitag weiter
  • Noch ist nicht auszuschliessen, dass weitere Lawinen niedergehen
  • Die Strasse zum Ferienort bleibt gesperrt

Verschüttete nicht auszuschliessen

«Nach aktuellem Stand werden keine Leute vermisst», sagt Toni Sonderegger, Mediensprecher der Kantonspolizei Appenzell Ausserrhoden. Im Hotel, dessen Restaurant von der Lawine getroffen worden ist, würden weder Angestelle noch Gäste vermisst. Sonderegger: «Aber es ist natürlich nicht auszuschliessen, dass sich sonst Menschen in der Nähe aufgehalten haben.»

Eine Webcamaufnahme des Säntis zeigt den Lawinenniedergang:

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Derzeit sind Lawinenspezialisten dabei, die Lage vor Ort zu beurteilen. Um etwa 9 Uhr soll entschieden werden, ob am Freitag die Aufräumarbeiten und die Suche nach möglichen Verschütteten fortgesetzt werden kann.

Videointerview mit Toni Sonderegger, Mediensprecher der Ausserrhoder Kantonspolizei:

«Mit blauem Auge davongekommen»

Werner Näf, Geschäftsführer der Alpschaukäserei Schwägalp, durfte am Freitagmorgen mit einer Sonderbewilligung und einem Lawinensuchgerät ausgerüstet zu seiner Käserei, die mitten im Lawinenhang gelegen ist. «Ich habe mir gerade ein Bild vor Ort gemacht und es sieht soweit alles ganz aus», sagt Näf gegenüber tagblatt.ch. Der Schnee habe zwar das ganze Gebäude umgeben, aber keinen Schaden hinterlassen.

Im Keller würden grosse Mengen Käse lagern, welche gekühlt werden müssen. Er sei darum erleichtert festzustellen, dass alle Geräte in Betrieb seien. Sein Team habe am Donnerstag rechtzeitig Feierabend gemacht und die Schwägalp vor dem Lawinenniedergang verlassen. «Wenn ich das Ausmass sehe und von drei Verletzten höre, dann sind wir wohl mit einem blauen Auge davongekommen.»

Drei Verletzte – 75 Menschen in Sicherheit gebracht

Beim Lawinenabgang vom Donnerstagnachmittag wurden drei Personen leicht verletzt. Rund 75 Hotelgäste und Angestellte wurden in der Nacht mit Bussen ins Tal gefahren, derzeit befinden sich noch gut 30 Gäste und elf Mitarbeiter im Hotel Säntis auf der Schwägalp.

(red.)


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