Leuchtturm schwebt über das Heidiland

Von Linda Aeschlimann
Der Leuchtturm wurde mit dem Helikopter ins Tal geflogen.
Der Leuchtturm wurde mit dem Helikopter ins Tal geflogen. © Sarganserländer
Nach einem Jahr hat der Leuchtturm hoch über Bad Ragaz ausgedient. Am Freitagabend wurde das Kunstobjekt vom Guschakopf ins Tal geflogen. Der Leuchtturm bleibt der Region jedoch treu. Er kommt nun – irgendwie passend – an den Walensee, nach Unterterzen.

Nebst der gelben Schnecke war der Leuchtturm das Symbol der siebten Triennale in Bad Ragaz. Rund eine halbe Million Besucher haben die Kunst- und Skulpturenausstellung «Bad RagARTz» im letzten Jahr, von Mai bis November, besucht. Wie einst Cristo muss nun auch der Leuchtturm das Feld in Bad Ragaz räumen. Mit dem Abtransport des Leuchtturmes geht die siebte Triennale zu Ende.

🚨Dieses Freitag um ca 17-17.30 Uhr wird der Leuchtturm zur Pizol-Talstation in Bad Ragaz geflogen. 🚁☀️Voraussichtlich wird er am Dienstag mit dem LKW nach Quarten an seinen neuen Standort transportiert. 🚚🌊🌈

Gepostet von Bad Ragartz am Mittwoch, 12. Juni 2019

«Transport ist nicht ganz einfach»

Ab nächster Woche steht der 1,2 Tonnen schwere und acht Meter hohe Leuchtturm in Unterterzen. Am Freitagabend aber schon wurde der Leuchtturm vom Guschakopf in Bad Ragaz abtransportiert. Dies mit einem Spezialhelikopter, einem «K-Max». «Dieser Transport ist nicht ganz einfach», sagt Patrick Hermann, Bauführer bei der Firma A. Käppeli’s Söhne AG. Alles müsse bei einem solchen Transport jeweils sehr zügig gehen und trotzdem müsse exakt gearbeitet werden. «Der Leuchtturm ist nur an zwei Gurten befestigt. Das braucht Präzision.»

Der Flug selbst dauerte nur wenige Minuten. Denn der Leuchtturm wurde nicht direkt nach Unterterzen geflogen, sondern an die Talstation der Pizolbahnen in Bad Ragaz. Von dort aus wird er voraussichtlich nächsten Dienstag mit einem Transporter an den Walensee gefahren.

«Neuer Bewohner»

Dieser Platz ist für die Kunstfamilie Hohmeister ein Wunschort. Esther und Rolf Hohmeister hatten drei Gemeinden am Walensee für die Aufnahme des Leuchtturmes angefragt. Für die Gemeinde Quarten sei diese Anfrage eine Ehre, sagt Gemeindepräsident Erich Zoller. Die Resonanz aus der Bevölkerung sei durch und durch positiv. «Die Leute hier freuen sich richtig auf dieses Kunstobjekt – einen neuen Einwohner.»

Und dass nun der Leuchtturm am Dienstag geliefert werden soll, passt laut Erich Zoller perfekt ins Timing. Denn am Freitag ist in Unterterzen Start der längsten Etappe der diesjährigen Tour de Suisse. «Das ist natürlich toll, wenn dieser Leuchtturm dann auch im Fernsehen gezeigt wird. Dadurch kriegt er nationale Aufmerksamkeit», sagt der Gemeindepräsident.

Bezahlt hat die Gemeinde Quarten für den Leuchtturm und den Transport zehntausend Franken. Einen fairen Betrag, welcher sich mit Sicherheit lohne, sagt Zoller.

Who’s next?

Ob es nach Cristo und dem Leuchtturm bei der nächsten Triennale wieder ein so markantes Aushängeschild auf dem Guschakopf in Bad Ragaz gibt, ist noch unklar. Die Vorbereitungen für die 8. «Bad RagARTz» sind jedoch bereits angelaufen. Am 8. Mai 2021 soll die nächste Skulpturenschau, die alle drei Jahre unter freiem Himmel stattfindet, eröffnet werden.


Newsletter abonnieren
0Kommentare
noch 500 Zeichen