Lumnezia (halb) evakuiert und keiner merkt’s

Von Fabienne Engbers
Der Regen am Abend hat am Openair Lumnezia die Stimmung kurz getrübt - dann kam wieder Leben auf das Festivalgelände.
Der Regen am Abend hat am Openair Lumnezia die Stimmung kurz getrübt - dann kam wieder Leben auf das Festivalgelände. © FM1Today/Fabienne Engbers
Nach einem schönen Mittag und frühen Nachmittag kommt das Unnvermeidbare – der Regen am Openair Lumnezia. Zwischenzeitlich blitzt es, sodass das Festivalgelände kurz geräumt wird. Gemerkt hat das niemand.

«Super, dass die Evakuierung so schnell und problemlos ablief», sagt am Samstagabend der Ansager auf der grossen Lumnezia-Bühne. Ihm entgegen blicken fragende Gesichter. Denn dass das Festivalgelände kurzzeitig geräumt wurde, hat niemand wirklich gecheckt.

Für den Notfall gerüstet

«Wir haben eine Meldung der Meteocentrale erhalten, dass ein Gewitter aufkommt und es vor allem viele Blitze in der Region gibt. Aus diesem Grund haben wir uns dazu entschieden, die Bühne zu räumen. Im gleichen Moment hat man aber gesehen, dass die Gewitter wieder abziehen.»

Deshalb wurden auf den Screens im Gelände Warnungen aufgeschaltet, welche die Besucher dazu aufforderten, sich zu den Zelten oder Autos zu begeben. So weit kam es dann aber doch nicht, schon nach kürzester Zeit konnten die Besucher ohne Probleme wieder auf das Gelände, die meisten haben von der halben Evakuation überhaupt nichts mitbekommen. «Bei einer regelmässigen Wetter-Sitzungen beobachten wir, wie sich das Gewitter-Risiko verändert, vor allem auch bei solch unbeständigen Vorhersagen wie am Samstag», sagt Catia Tschuor, Mediensprecherin des Festivals.

«Wir haben gesehen, dass unser Evakuationskonzept auf dem Gelände funktioniert, die Leute haben schnell und ruhig reagiert», sagt Catia Tschuor. «Wäre das Gewitter definitiv bis zu uns gekommen, hätten wir die Evakuation durchgezogen mit zusätzlichen Informationen über Speaker und in den Festzelten. Das war aber glücklicherweise nicht nötig.»

Der Regen tut der Stimmung nur kurz einen Abbruch

Während die Organisatoren mit dem Umgang mit der möglichen Gefahr durch ein Gewitter beschäftigt waren, suchten die Besucherinnen und Besucher Unterschlupf an trockenen Plätzen. Der kurze, aber starke Regen sorgte für eine kurzzeitige Stimmungsbremse. Mit langen Hosen, einem Regenschutz und dem richtigen Schuhwerk konnte der Samstag dann aber doch noch genossen werden. «Man packt sich dem Wetter entsprechend ein und kann sich organisieren», sagt Sandro aus dem Luzerner Seetal.

Nicht so gut eingepackt hat sich Sandra aus Adligenswil bei Zürich. «Barfuss ist der Trick! Wenn man Barfuss ist, können die Schuhe nicht nass werden», sagt sie. Damit ist sie in der Minderzahl, viele Besucher haben im Verlaufe des Nachmittags ihre Flipflops und Sneaker gegen Gummistiefel oder Wanderschuhe eingetauscht.

Auch die aufkommende Kälte, vor allem am späteren Abend, macht den Besuchern wenig aus. «Ein Bündner zittert nicht, weil er friert. Wenn ein Bündner zittert, dann ist er wütend, weil es nicht noch kälter ist», sagt Matthias aus Rodels.

Besucherinnen und Besucher tragen der Natur Sorge

Nebst der kurzzeitig Gewitterwarnungen gab es am diesjährigen Openair Lumnezia keine grösseren Zwischenfälle. Positiv aufgefallen ist die Einführung eines neuen Konzeptes, um den Abfall auf dem Gelände zu reduzieren.

«Das neue Mehrwegbecher- und Abfallkonzept hat sehr gut funktioniert, das freut uns sehr», sagt Catia Tschuor. Nebst Mehrwegbechern gibt es seit diesem Jahr auch auf diversen PET-Flaschen eine Depotgebühr. «Ausserdem haben die Leute auch anderen Abfall, wie Pommes-Chips-Tüten oder Einwegbesteck in den Abfall statt auf den Boden geschmissen.»

Wie das Nachhaltigkeitskonzept auf dem Zeltplatz umgesetzt wird, zeigt sich dann am Sonntag. Am Eingang des Zeltplatzes konnte man während des Festivals «schwören», dass man sein Zelt nicht stehen lässt und seinen Müll einsammelt.

Vergrösserung ist nicht geplant

Auch wenn das 35. Openair Lumnezia kurz nach Vorverkaufstart ausverkauft war, vergrössern wollen die Organisatoren des Festival nicht. Wir machen das ja alles immer noch auf freiwilliger Basis. «Vieles würde bei einer Vergrösserung nicht mehr funktionieren und die Leute schätzen den kleinen Charakter des Openairs, dass man seine Leute verliert aber dann auch immer wieder trifft.»

 


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