Marquez baut WM-Führung auf gestürzten Lüthi aus

Aron Canter beisst in den Moto3-Siegespokal und freut sich über die WM-Führung
Aron Canter beisst in den Moto3-Siegespokal und freut sich über die WM-Führung © KEYSTONE/EPA/MARTIN DIVISEK
Für Tom Lüthi endet der GP von Tschechien in Brünn mit einer grossen Enttäuschung. Der 32-jährige Emmentaler stürzt zum zweiten Mal in dieser Saison.

Schon das Abschlusstraining verlief für den 17-fachen GP-Sieger, der in Brünn schon zweimal zuoberst auf dem Podest gestanden hat (2005 und 2017), enttäuschend. Lüthi verpasste es bei abtrocknender Strecke auf Slick-Reifen zu wechseln und klassierte sich mit fast sieben Sekunden Rückstand nur im 12. Rang.

«Klar, dass ich dann im Rennen einiges riskieren musste», erklärte Lüthi. Der Kalex-Fahrer preschte schon nach einer Runde auf Rang 6 vor, bekam dann aber Probleme mit der Bremse. «Für mich war Überholen aber nur auf der Bremse möglich und darum war ich einige Male am Limit.»

In der vierten von 19 Runden in Kurve 5 sogar über dem Limit. «Mir klappte ohne Vorwarnung das Vorderrad ein und ich landete im Kiesbett.» Für Lüthi war es nach dem Rennen in Argentinien der zweite Ausfall in dieser Saison. «Klar bin ich bitter enttäuscht. Ich gebe aber nicht auf. Wir müssen im Team konsequent weiterarbeiten und haben auch schon bewiesen, dass wir gewinnen können.» Die nächste Chance bietet sich schon in einer Woche im Grand Prix von Österreich in Spielberg, wo er vor zwei Jahren als Dritter aufs Podest fahren konnte.

Gewonnen wurde das Rennen von Alex Marquez, der nach seinem überlegenen Start-Ziel-Sieg seine WM-Führung ausbauen konnte. Der 23-jährige Spanier liegt nach dem zehnten von 19 Saisonrennen nun 33 Punkte vor Lüthi (161:128), der seinerseits noch 18 Punkte vor Augusto Fernandez (8. im Rennen) und Jorge Navarro (4.) liegt.

Hinter Marquez klassierten sich Fabio Di Giannantonio und Enea Bastianini mit bereits drei und vier Sekunden Rückstand. Für die beiden Moto2-Rookies war es der ersten Podestplatz in der mittleren Motorrad-Klasse.

Auch in der MotoGP hiess wie vor einem Monat auf dem Sachsenring der Sieger Marquez. Der drei Jahre ältere Bruder Marc feierte ebenso überlegen seinen 76. GP-Sieg und machte einen weiteren grossen Schritt Richtung WM-Titel Nummer 8.

Der sechste Saisonsieg des Honda-Fahrers, der schon das Qualifying überlegen mit 2,5 Sekunden Vorsprung gewonnen hatte, war nie in Gefahr. Am Ende siegte Marquez vor den beiden Ducati-Fahrern Andrea Dovizioso und Jack Miller. Valentino Rossi beendete das Rennen im 6. Rang. In der Gesamtwertung führt Marquez mit 63 Zählern Vorsprung auf Dovizioso (210:147).

Enttäuschend verlief das Rennen auch für Dominique Aegerter, der im Qualifying nur den zweitletzten Platz erreicht hatte. Eine Woche nach seinem Abstecher zum 8-Stunden-Rennen in Suzuka verpasste Aegerter als 21. die Punkteränge um knapp zehn Sekunden.

Ob der 28-jährige Oberaargauer auch nächste Saison noch in der Moto2 fahren darf, ist mehr als fraglich. Obwohl Aegerter noch einen Vertrag für 2020 besitzt, dürfte sein Team MV Agusta nächste Saison keinen Startplatz mehr erhalten. Der Rechteinhaber und MotoGP-Vermarkter Dorna plant, das Fahrerfeld von 31 auf 26 zu reduzieren. Dazu haben renommierte Teams einen zweiten Startplatz beantragt.

Weil Aegerters Team ständig mit finanziellen Schwierigkeiten kämpft und Rechnungen mit grosser Verspätung zahlt oder noch gar nicht gezahlt hat, dürfte Dorna MV August nach dieser Saison den Stecker ziehen. Bereits fix scheint, dass das deutsche Kiefer-Team aus dem Moto2-Zirkus verschwinden wird, wie Teamchef Jochen Kiefer am Sonntag gegenüber dem österreichischen Fernsehsender Servus TV ankündigte. Vor einem Jahr stand Aegerter noch beim Kiefer-Team unter Vertrag.

Mit seinem 5. GP-Sieg holte sich der spanische KTM-Fahrer Aron Canet die WM-Führung in der Moto3 zurück und liegt nun drei Zähler vor dem Italiener Lorenzo Dalla Porta (148:145), der von Startplatz 17 aus mit 0,159 Sekunden Rückstand Zweiter wurde.

MotoGP (20 Runden à 5,403 km = 108,06 km): 1. Marc Marquez (ESP), Honda, 39:24,430 (164,5 km/h). 2. Andrea Dovizioso (ITA), Ducati, 2,452 Sekunden zurück. 3. Jack Miller (AUS), Ducati, 3,497 km/h. Ferner: 6. Valentino Rossi (ITA), Yamaha, 9,083. 10. Maverick Viñales (ESP), Yamaha, 16,558. – Schnellste Runde (3.): Alex Rins (ESP), Suzuki, in 1:56,912 (166,3 km/h). – 23 Fahrer gestartet, 20 klassiert.

WM-Stand (10/19): 1. Marquez 210. 2. Dovizioso 147. 3. Danilo Petrucci (ITA), Ducati, 129. Ferner: 5. Viñales 91. 6. Rossi 90.

Moto2 (19 Rd/102,65 km): 1. Alex Marquez (ESP), Kalex, 38:49,768 (158,6 km/h). 2. Fabio Di Giannantonio (ITA), Speed Up, 3,018. 3. Enea Bastianini (ITA), Kalex, 4,168. Ferner: 6. Marcel Schrötter (GER), Kalex, 8,847. 8. Augusto Fernandez (ESP), Kalex, 11,900. 11. Lorenzo Baldassarri (ITA), Kalex, 20,248. 21. Dominique Aegerter (SUI), MV Agusta, 35,865. – Gestürzt u.a.: Tom Lüthi (SUI), Kalex. – Schnellste Runde (2.): Marquez in 2:01,463 (160,1 km/h). – 30 Fahrer gestartet, 25 klassiert.

WM-Stand (10/19): 1. Marquez 161. 2. Lüthi 128. 3. Fernandez 110. Ferner: 5. Schrötter 107. 6. Baldassarri 102. 20. Aegerter 12. 30. Jesko Raffin (SUI), NTS, 3.

Moto3 (18 Rd/97,25 km): 1. Aron Canet (ESP), KTM, 39:11,879 (148,8 km/h). 2. Lorenzo Dalla Porta (ITA), Honda, 0,159. 3. Tony Arbolino (ITA), 0,217. – Schnellste Runde (4.): Niccolo Antonelli (ITA), Honda, in 2:08,451 (151,4 km/h). – 30 Fahrer gestartet, 19 klassiert.

WM-Stand (10/19): 1. Canet 148. 2. Dalla Porta 145. 3. Antonelli 98.

Nächstes Rennen: Grand Prix von Österreich in Spielberg am 11. August 2019.

(SDA)


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