Mehr als die Hälfte wählt berufliche Grundbildung

Über die Hälfte der Schweizer Jugendlichen, welche im Sommer die obligatorische Schulzeit beendet haben, entschied sich für eine "Stifti". Elektroinstallateur ist bei den Männern einer der beliebtesten Berufe. (Archivbild)
Über die Hälfte der Schweizer Jugendlichen, welche im Sommer die obligatorische Schulzeit beendet haben, entschied sich für eine "Stifti". Elektroinstallateur ist bei den Männern einer der beliebtesten Berufe. (Archivbild) © Keystone/GAETAN BALLY
Den Schweizer Auszubildenden geht es gut: Nach der obligatorischen Schulzeit konnten diesen Sommer 87 Prozent direkt mit der Ausbildung starten: Über die Hälfte macht eine Lehre, ein Drittel geht an die Mittelschule. 92 Prozent sind glücklich mit ihrer Wahl.

Für 79 Prozent entspricht die gewählte Ausbildung sogar der Traum- oder Wunschlösung, wie sie bei der Erhebung für den Nahtstellenbarometer – früher «Lehrstellenbarometer» genannt – im August 2018 sagten. Dieser wurde von gfs.bern im Auftrag des Staatssekretariats für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) erstellt und am Freitag veröffentlicht.

Spitzenreiter bei den Wunschberufen der befragten 14- bis 16-Jährigen ist bei Frauen wie Männern die kaufmännische Lehre. Auf den weiteren Rängen gibt es geschlechterspezifische Unterschiede: Frauen wollen am zweitliebsten Fachfrau Gesundheit werden, gefolgt von Fachfrau Betreuung, Detailhandelsfachfrau und Pharma-Assistentin. Männer wählen am zweithäufigsten Logistiker, gefolgt von Elektroinstallateur, Polymechaniker und Zeichner.

Lehrstellen standen rein numerisch genügend zur Auswahl, von den über 80’000 angebotenen Lehrstellen wurden nur knapp 70’000 besetzt. In den Branchen Verkehr, Finanz- und Versicherungsdienstleistungen, sowie Kunst, Unterhaltung, Erholung und im Bergbau konnten annähernd alle angebotenen Lehrstellen besetzt werden.

Offen geblieben sind dagegen relativ viele Stellen im Baugewerbe sowie in der Land- und Forstwirtschaft. Für diese gingen zu 30 Prozent gar keine Bewerbungen ein, zu 70 Prozent solche mit ungenügenden Qualifikationen, wie die befragten Betriebe angaben.

Ein Drittel der Jugendlichen entschied sich nach der obligatorischen Schule für ein Gymnasium oder eine Fachmittelschule. Frauen bilden auf dieser Bildungsstufe mit 56 Prozent die Mehrheit. Lieblings-Fachrichtungen waren an den Gymnasien Wirtschaft und Recht, Biologie und Chemie respektive das neusprachliche Profil. An den Fachmittelschulen wurden am häufigsten die Schwerpunkte Gesundheit, Pädagogik und soziale Arbeit gewählt.

Zehn Prozent der Jugendlichen wählten ein Brückenangebot, drei Prozent eine Zwischenlösung. Der häufigste Grund, warum Brückenangebote in Anspruch genommen wurden, war die erfolglose Lehrstellensuche. Bei 60 Prozent der Auszubildenden, welche diese Lösung wählten, war das der Fall. Drei Viertel der Leute in Brückenangeboten wollen anschliessend eine Lehre machen.

Anders die, welche eine Zwischenlösung wählten: Von ihnen hatten 27 Prozent erfolglos eine Lehrstelle gesucht, 26 Prozent wussten nicht, was sie werden wollten und 12 Prozent wollten «etwas Zeit für sich haben», wie es im Barometer heisst.

Der Nahtstellenbarometer wird wie früher der Lehrstellenbarometer zwei Mal jährlich erhoben. Stichtage sind jeweils der 15. April und der 31. August. Für die nun vorliegenden Hochrechnungen wurden vom 20. Juli bis 9. September 776 Jugendliche im Alter von 14 bis 16 Jahren schriftlich befragt. Auf Seiten der Unternehmen wurden 3161 Betriebe mit mindestens zwei Mitarbeitenden schriftlich befragt.

(SDA)


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