Mehr Lichtverschmutzung im Advent

Rolf Schatz bekämpft die Lichtverschmutzung in der Schweiz
Rolf Schatz bekämpft die Lichtverschmutzung in der Schweiz © zVg
In der Schweiz hat die Lichtmenge in den vergangenen 20 Jahren um 70 Prozent zugenommen. Ist die Lichtverschmutzung in der Adventszeit wegen der Weihnachtsbeleuchtung noch grösser? FM1 hat einen Experten gefragt.

Am stärksten ist die Lichtverschmutzung in den Grossstädten. In der Schweiz führt Zürich die Rangliste an – nicht zuletzt auch wegen des Flughafens. Am geringsten ist sie in ländlichen Gebieten und in Bergregionen. «Aber in der Schweiz gibt es nirgends mehr absolute Dunkelheit», bedauert Rolf Schatz, Geschäftsstellenleiter von Dark-Sky-Switzerland.

Die Lichtmenge nimmt immer mehr zu

Dark Sky Switzerland ist ein Verein, der die Lichtverschmutzung in der Schweiz bekämpft. Er wurde ursprünglich von Astronomen ins Leben gerufen. Die Himmelsforscher hatten wegen der zunehmenden Lichtmenge auf der Erde immer mehr Mühe, die Sternenbilder zu beobachten. «In grossen Städten haben sie die Sterne oftmals gar nicht mehr sehen können», sagt der Experte.

Mehr Lichtverschmutzung in der Weihnachtszeit?

Ob die Lichtverschmutzung während der Weihnachtszeit zunimmt, kann Schatz nicht sagen. «Dazu wurden keine Zahlen erhoben. Wir von Dark-Sky sind jedoch der Meinung, dass Weihnachtsbeleuchtung keine Stimmung schafft, es wäre besser, wenn wir in dieser Zeit einfach unsere Herzen leuchten lassen würden und weniger Lämpchen», sagt Schatz. Dennoch ist er nicht strikt gegen Weihnachtsbeleuchtungen: «Das Licht ist in den Menschen ganz stark als etwas emotional positives verwurzelt.»

Folgen der Lichtverschmutzung

Die Lichtverschmutzung hat aber nicht nur folgen für die Astronomen, sondern auch für den Menschen im Alltag und seine Umwelt, wie Schatz sagt. «Wenn es dunkel wird, produziert der Körper ein Schlafhormon, das müde macht. Wenn man aber zu viel Lichtquellen um sich hat, wird das Hormon nicht produziert und es kann zu Schlafstörungen kommen.»

Aber auch nachtaktive Tiere wie Fledermäuse und Flusskrebse leiden unter der Lichtverschmutzung. Ebenso Zugvögel, die durch die Lichtquellen falsch geleitet werden, weil sie sich nicht mehr am Mond und anderen Himmelskörpern orientieren können. Den Pflanzen schade die Lichtverschmutzung ebenfalls, da sie deren ganze innere biologische Uhr durcheinander bringen würde. Deshalb rät Schatz, dass man nur dann Licht anzünden soll, wenn man es auch wirklich braucht.

(red.)


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