Seilbahn-Unfall fordert Toten und Verletzte

Bei Revisionsarbeiten an der Gondelbahn zwischen Engelberg und Gerschnialp verunfallten mehrere Personen.
Bei Revisionsarbeiten an der Gondelbahn zwischen Engelberg und Gerschnialp verunfallten mehrere Personen. © KEYSTONE/Urs Flueeler
Bei einem Seilbahn-Unfall ist am Mittwochmorgen auf dem Gebiet der Titlisbahnen ein Arbeiter getötet worden. Sechs weitere Arbeiter wurden verletzt, als sich bei Revisionsarbeiten eine temporäre Abspannung löste.

Der tödliche Arbeitsunfall habe sich im Rahmen von geplanten Revisionsarbeiten an der Gondelbahn Engelberg – Trübsee auf der Gerschnialp ereignet, teilte die Obwaldner Kantonspolizei mit. Mehrere Arbeiter waren am Förderseil der Gondelbahn am Werk, als sich die temporäre Abspannung im Bereich des Seilspleisses des Förderseils löste, worauf die Arbeiter vom Förder- wie vom Entlastungsseil getroffen wurden.

Ein Mitarbeiter starb auf der Unfallstelle

Ein Mitarbeiter der Titlisbahnen wurde so schwer verletzt, dass er noch auf der Unfallstelle verstarb. Zwei weitere mit den Arbeiten beschäftigte Personen wurden erheblich, eine Person mittelschwer verletzt. Alle drei Verletzten wurden von der Rega in ausserkantonale Spitäler geflogen. Zum Gesundheitszustand dieser Personen können keine weiteren Angaben gemacht werden.

Drei Personen wurden ausserdem leicht verletzt und konnten vor Ort behandelt werden. Im Einsatz standen Mitarbeitende des Seilbahn- und des Förderseilherstellers sowie Angestellte der Bergbahnen Engelberg-Titlis.

Keine Touristen betroffen

Die Gondelbahn ist wegen der Arbeiten für den touristischen Verkehr geschlossen und es befanden sich keine Gondeln am Förderseil. Da sich der Arbeitsunfall im Rahmen von ordentlichen, geplanten Revisionsarbeiten ereignete, war der touristische Verkehr auf den Titlis nicht betroffen. Für die Abklärung der Unfallursache wurde das Forensische Institut Zürich (FOR) beigezogen. Die Untersuchungen führt die Staatsanwaltschaft Obwalden.

Fünf Rega-Helikopter im Einsatz

Im Einsatz standen fünf Helikopter der Rega, der Pisten- und Rettungsdienst der Titlisbahnen, die Alpine Rettung Schweiz, das Care-Team Nidwalden, das Forensische Institut Zürich FOR, die Suva, die Staatsanwaltschaft und Kantonspolizei Obwalden.

Die vom Unfall betroffene Achter-Gondelbahn Engelberg-Trübsee («Titlis-Express») wurde 2015 in Betrieb genommen. Sie bewältigt auf einer Länge von 2,7 Kilometern knapp 800 Höhenmeter und kann pro Stunde 2400 Personen transportieren.

«Revisionsarbeiten sind immer gefährlich»

«Es ist der schwärzeste Tag in der Unternehmensgeschichte», sagte Hans Wicki, Verwaltungspräsident der Titlis Bahnen, anlässlich der Medienkonferenz in Engelberg OW. Heute habe man mit grossem Schrecken erfahren müssen, was Gefahr bedeute. Der Verstorbene habe langjährige Erfahrung mit Revisionsarbeiten gehabt und die Arbeit geliebt, doch habe er immer gewusst, dass es ein Risiko sei. Der Mann sei seit über 20 Jahren beim Bergbahnunternehmen tätig gewesen.

Laut Wicki wird das Förderseil mit zwei bis drei Tonnen Gewicht abgespannt. Als sich das Seil ruckartig anspannte, wurden mehrere Arbeiter getroffen. Sechs von ihnen verletzten sich, zwei davon schwer. Sie seien in Spitäler gebracht worden und ansprechbar gewesen.

(SDA/red.)


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