Zwei Tote bei mutmasslichem Terrorangriff in Melbourne

Zahlreiche Rettungskräfte am Tatort in Melbourne.
Zahlreiche Rettungskräfte am Tatort in Melbourne. © Keystone/EPA AAP/JAMES ROSS
Bei einem mutmasslichen Terrorangriff im Zentrum der australischen Stadt Melbourne sind am Freitag zwei Menschen getötet worden, unter ihnen der Angreifer. Der Mann griff Passanten mit einem Messer an, bevor er von Beamten niedergeschossen wurde.

Der mutmassliche Täter erlag später im Spital seinen Verletzungen. Nach Angaben der Ermittler stammte er aus Somalia und war der Polizei seit längerem bekannt.

Die Terrororganisation IS reklamierte den Angriff für sich. Einer ihrer Kämpfer habe eine Messerattacke in Melbourne ausgeführt, teilte die Dschihadisten über ihr Sprachrohr, die Nachrichtenagentur Amak mit. Beweise legte der IS nicht vor.

«Wir behandeln das jetzt als einen terroristischen Vorfall», sagte der Polizeichef des Bundesstaats Victoria, Graham Ashton. Nach seinen Angaben lebte der Mann seit Jahrzehnten in Australien. Er sei in den 1990er Jahren aus Somalia gekommen und soll in einem Vorort im Nordwesten von Melbourne gelebt haben.

Ersten Erkenntnissen der Polizei zufolge fuhr der Angreifer gegen 16 Uhr mit seinem mit Gasflaschen beladenen Pickup in ein beliebtes Einkaufsviertel in der Innenstadt. Während sein Wagen in Flammen aufging, griff er mit einem Messer Passanten an. Er erstach einen und verletzte zwei weitere, bevor die Polizei eingreifen konnte.

Auf Handy-Videos war zu sehen, wie die Polizisten versuchten, einen grossen, kräftigen Mann in grauen Jogginghosen und schwarzem Tunika-Hemd festzunehmen. Der Angreifer ging dabei immer wieder mit seinem Messer auf die Beamten los.

Vergeblich versuchten zwei Passanten, den Angreifer abzudrängen. Nach etwa einer Minute zog ein Polizist schliesslich seine Waffe und schoss den Mann nieder. Die Beamten erlitten bei ihrem Einsatz leichte Verletzungen.

Die Polizei forderte die Bevölkerung auf, den Tatort zu meiden, auch wenn es derzeit keine Hinweise auf weitere Verdächtige gebe. Sprengstoffexperten untersuchten den ausgebrannten Kleinlaster des Täters.

Der Angriff ist der zweite schwere Schlag für die fünf Millionen Einwohner zählende Metropole, die wegen ihrer weltoffenen Atmosphäre, ihres hohen Lebensstandards und ihrer vielen Cafés, Bars und Restaurants auch bei vielen Touristen beliebt ist.

Die von Geschäften gesäumte Bourke Street, in der sich der Vorfall ereignete, war schon im Januar 2017 in die Schlagzeilen geraten, als ein Mann seinen Wagen in eine Menschenmenge gesteuert und dabei sechs Personen getötet und rund 30 verletzt hatte.

(SDA)


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