13 Tote und viele Verletzte bei Erdbeben in Chinas Südwesten

In der südwestchinesischen Provinz Sichuan treten Erdbeben häufig auf. Im Mai 2008 stürzten in Beichuan bei einem Beben mehrere Gebäude ein. (Archivbild)
In der südwestchinesischen Provinz Sichuan treten Erdbeben häufig auf. Im Mai 2008 stürzten in Beichuan bei einem Beben mehrere Gebäude ein. (Archivbild) © KEYSTONE/AP CHINATOPIX
Bei einem schweren Erdbeben im Südwesten Chinas sind mindestens 13 Menschen ums Leben gekommen. Mehr als 200 Menschen wurden verletzt, wie Staatsmedien am Dienstag berichteten.

Das Beben, dessen Zentrum am Montagabend in der Gemeinde Changning nahe der Stadt Yibin in der Provinz Sichuan lag, erreichte die Stärke 6,0. Menschen liefen in Panik auf die Strassen. Mehr als 10’000 Häuser seien beschädigt, 73 komplett eingestürzt. Rund 100’000 Menschen seien betroffen, berichtete das Staatsfernsehen.

Die Behörden begannen umgehend mit Bergungs- und Rettungsarbeiten. Es seien 5000 Zelte, 10’000 Feldbetten und 20’000 Decken ins Erdbebengebiet geschickt worden, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua. Unter den Verletzten sind mindestens fünf in kritischem Zustand. 16 seien schwer verletzt, berichtete das Parteiorgan «Volkszeitung». Hunderte Feuerwehrleute waren im Einsatz.

Das Erdbeben ereignete sich am Abend um 22.55 Uhr Ortszeit (16.55 Uhr MESZ). «Alles hat gewackelt, dann war es plötzlich wieder ruhig», sagte der Angestellte eines Hotels in Changning der Nachrichtenagentur DPA.

Es habe sich sehr stark angefühlt, zitierte Xinhua einen Bewohner von Changning namens Hu Yukun. «Die Erde bewegte sich etwa eine Minute lang.» Betroffen war auch die Nachbargemeinde Gongxian. Viele Menschen verbrachten aus Angst vor weiteren Beben die Nacht im Freien, wie in sozialen Medien berichtet wurde.

«Ich ruhte mich gerade in meiner Wohnung aus, als das Erdbeben passierte», sagte Cheng Hongxia, der im 16. Stock eines Hochhauses in Changning wohnt, laut Xinhua. «Die Lampe und die Möbel in unserem Haus bewegten sich sehr stark.» Schliesslich sei die Familie nach draussen gelaufen.

Das Staatsfernsehen zeigte Bilder von Rettungskräften, die in Trümmern nach Überlebenden suchten. Zu sehen waren auch beschädigte Autos auf einer Landstrasse, die von herabstürzenden Felsbrocken getroffen wurden.

Im Dorf Meidong sei ein Hotel eingestürzt, berichtete Xinhua. Nach dem Beben zeigten sich zudem grosse Risse auf der Schnellstrasse zwischen den Gemeinden Yibin und Yuxong. Die Strasse wurde gesperrt. Auch auf anderen Strassen wurde der Verkehr wegen Fahrbahnschäden gestoppt.

Chinas Präsident Xi Jinping ordnete am Dienstag «höchste Anstrengungen» an, um Hilfsmassnahmen zu organisieren und die Verletzten zu retten. Die Bergungsarbeiten könnten jedoch von erwarteten Regenfällen und Unwettern erschwert werden, wie Staatsmedien berichteten.

In der rund 300 Kilometer nordwestlich gelegenen Provinzhauptstadt Chengdu habe das Frühwarnsystem schon eine Minute vor dem Erdbeben Alarm geschlagen, berichtete die Staatsagentur. Dann sei der Erdstoss stark zu spüren gewesen.

Auch in der 240 Kilometer nordöstlich gelegenen Metropole Chongqing habe das Beben die Erde erschüttert. Am Dienstagmorgen kam es dann in Sichuan zu einem weiteren Erdbeben der Stärke 5,2, wie Seismologen mitteilten. Zudem wurden mehr als 15 kleinere Beben mit einer Stärke von mehr als 3,0 gemessen.

In der Provinz wurden 2008 bei einem schweren Erdbeben der Stärke 8,0 in Wenchuan mehr als 80’000 Menschen getötet. Sichuan liegt am Rand der Überschiebungszone der indischen Kontinentalplatte und der eurasischen Platte. Wegen Plattenverschiebungen ist die Provinz besonders erdbebengefährdet.

(SDA)


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