Mit 90 Sachen ins Tal sausen

Gian Paolo Lardi (oben) und Fabiola Monigatti auf der Seilrutsche in Albaredo.
Gian Paolo Lardi (oben) und Fabiola Monigatti auf der Seilrutsche in Albaredo. © zvg
Adrenalin-Junkies aufgepasst: Bald könnte es möglich sein, auf einer Strecke von zwei Kilometern mit 90 Kilometern pro Stunde ins Tal zu sausen. Im bündnerischen Puschlav soll die erste Seilrutsche im Kanton entstehen.

Hinter dem Projekt «Bernina Fly» stehen Fabiola Monigatti und Gian Paolo Lardi. Zwischen Alp Grüm und Cavaglia soll eine Zip-Line gebaut werden. Entlang dieses Drahtseils können alle, die einen Kick erleben möchten, ins Tal flitzen.

Das gesamte Jahr «fliegen»

Die rasante Fahrt dauert rund zwei Minuten und es kann eine Höchstgeschwindigkeit von bis zu 90 Kilometern pro Stunde erreicht werden. «Aus einem persönlichen Erlebnis bei der Seilrutsche in Albaredo, entstand bei uns die Idee, in Graubünden etwas Ähnliches zu realisieren», sagt Fabiola Monigatti.

Geplant ist ein Ganzjahresbetrieb, nur wenn es stark windet, ist es nicht möglich zu «fliegen». Da das Gebiet viele Mountainbiker anzieht, möchten Monigatti und Lardi es möglich machen, dass man den Adrenalin Kick mitsamt Bike machen kann. «Das wäre einzigartig», so Monigatti.

Strecke der Seilrutsche

Von der Alp Grüm links im Bild soll die Seilrutsche zwei Kilometer ins Tal hinunterreichen. Bild: zvg

Gemütlich anreisen und Kick abholen

Sie sagt, derzeit sei man dabei die Unterlagen für die Einreichung einer Baubewilligung vorzubereiten. Dazu gehören ein Umweltbericht, ein Businessplan und ein technischer Bericht. «In etwa zwei Wochen reichen wir alles ein.»

Die Bevölkerung, die Gemeinde Poschiavo und die Rhätische Bahn haben auf das Vorhaben von Monigatti und Lardi positiv reagiert. «Es ist ideal, dass die Adrenalin-Fans mit dem Zug auf die Alp Grüm fahren können, um danach ihren Kick zu holen. Die Rhätische Bahn spielt für uns eine wichtige Rolle, da so die Umwelt nicht zusätzlich belastet wird», sagt Monigatti.

1,2 Millionen Franken soll das Projekt kosten, einige möglich Aktionäre und Gönner gäbe es bereits. Die Rhätische Bahn, der Kanton sowie die Gemeinde zeigten sich betreffend finanzieller Unterstützung nicht abgeneigt.

Noch ist aber nichts bis ins letzte Detail geplant, sagt Monigatti. Wenn eine Baubewilligung vorliegt, wird die Bernina Fly AG gegründet und die Finanzierung endgültig geklärt.

«Wenn wir Glück haben und alles gut geht, fliegt die erste Person bereits im Sommer nächsten Jahres», sagt Monigatti.

(str)


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