Mit dem richtigen Fokus zum Erfolg

Elena Quirici greift an den Europa-Spielen in Minsk nach einer Medaille (Archiv)
Elena Quirici greift an den Europa-Spielen in Minsk nach einer Medaille (Archiv) © KEYSTONE/EPA/ZURAB KURTSIKIDZE
Elena Quirici geht heute als Favoritin in den Karate-Wettkampf an den Europa-Spielen in Minsk. Nervosität kennt die Nummer 1 der Welt in der Kategorie bis 68 kg nicht, dafür aber Fokus. Hört man Elena Quirici über ihren Sport reden, man könnte sie gut in der Leichtathletik daheim vermuten.

Immer wieder spricht sie von Hundertstelsekunden, die in ihrem Sport den Ausschlag geben. Quirici aber ist in einem Sport zuhause, in dem man dem zeitlichen Aspekt einen eher geringen Einfluss attestierten würde: Die Aargauerin ist Karateka, in ihrer Kategorie bis 68 kg sogar die beste der Welt.

Als Nummer 1 der Welt wird entsprechend viel von ihr an den Europa-Spielen in Minsk erwartet. Sie selber macht da keine Ausnahme. Eine Medaille ist das Ziel der 25-Jährigen, aber Prognosen im Kampfport seien halt so eine Sache. «Das Feld bei uns ist so dicht, da kann im Prinzip jede gewinnen. Wenn man eine Hundertstel nicht bei der Sache ist, verliert man den Kampf», sagt Quirici. «Mein Ziel ist es einfach, mein bestes ‘Ich’ abzurufen. Gelingt mir dies, sollte eigentlich alles gut kommen.»

In ihren Aussagen blitzt immer wieder auf, was Quiricis Erfolgsrezept als Karateka ist, und wohl schon immer war. Schon ihrem Schulleiter fiel die mentale Stärke auf. «An der Abschlussfeier sagte er: ‘Wenn es noch kein Wort für Fokus gäbe, würde es Elena heissen’», erzählt Qurici. Sie legt den Fokus auf Dinge, die sie selber beeinflussen kann und davon lässt sie dann nicht ab. «Woher das kommt weiss ich nicht genau. Vielleicht ja davon, dass ich seit ich vier bin Karate mache und der Fokus dort so wichtig ist.»

Die Europa-Spiele sollen ein Zwischenschritt auf ihrem Weg an die Olympischen Spiele im kommenden Jahr in Tokio sein, könnten aber sogar das direkte Ticket nach Japan bedeuten. Immerhin gibt es in Minsk einen Startplatz für Tokio zu gewinnen. Allerdings würde auch ein Sieg von Quirici in Minsk vorerst keine Klarheit bringen. Da nur zwei Athleten über alle Kategorien hinweg einen Quotenplatz erhalten, wird erst kommenden Mai bekannt, an wen die fixen Startplätze gehen.

Eine Karate-Olympiamedaille in Japan – dem Geburtsland dieses Sports – zu erkämpfen, würde für Quirici nicht nur eine spezielle sondern auch einmalige Chance darstellen. Das Organisationskomitee von Paris 2024 hat die Sportart, die in Tokio ihre olympische Premiere feiert, wieder aus dem Programm gestrichen. Auch Quirici war anfänglich enttäuscht, dass gerade Frankreich – eine eigentliche Karate-Nation – den Sport nicht im Programm aufgenommen habe. «Aber von meinem Ziel bringt es mich nicht ab. Ich will nach Tokio. Was danach ist, ist danach», sagt Quirici.

(SDA)


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