Muse mit 80er-Ästhetik

Eine Show im Zeichen der 80er Jahre: Die britische Rockband Muse um Frontmann Matt Bellamy (Mitte) begeisterte im Zürcher Hallenstadion trotz langatmigen Zwischenspielen. (Owen Sweeney/Invision/AP)
Eine Show im Zeichen der 80er Jahre: Die britische Rockband Muse um Frontmann Matt Bellamy (Mitte) begeisterte im Zürcher Hallenstadion trotz langatmigen Zwischenspielen. (Owen Sweeney/Invision/AP) © Keystone/AP Invision/OWEN SWEENEY
Muse, die als eine der besten Live-Bands bekannt sind, haben am Mittwochabend im Zürcher Hallenstadion zum ersten Mal seit Jahren für ausgiebige Gähn-Momente gesorgt. Und das ausgerechnet mit ihrem neusten Material – den Songs vom 2018er Album «Simulation Theory».

Eine futuristisch gekleidete Posaunengruppe, die nur so tut, als würde sie musizieren, erinnert zum Auftakt des Konzerts an die Theorie, die Muse schon früher gerne verbreitete: Wir sind alle eine Simulation, demnach auch das, was wir tun.

Auf der aktuellen «Simulation Theory»-Tour wird diese Botschaft in der Ästhetik der 80er Jahre vorgetragen. Warum ist nicht ganz klar, denn der rote Faden zieht sich nicht durch. Offenbar ist das britische Trio damit ganz einfach auf einen Zug aufgesprungen, den die Film- wie auch die Musikindustrie seit Jahren fährt: Den Flashback-Zug.

Doch anstatt, dass Frontmann Matt Bellamy, Bassist Christopher Wolstenholme und Schlagzeuger Dominic Howard damit das kitschig-verschrobene Jahrzehnt zelebrieren oder gar vermissen lassen, sehnt man sich einzig und allein nach den Anfängen ihrer eigenen Geschichte zurück. An die Zeit, als Muse mit Alben wie «Origin of Symmetry», «Absolution» oder «Black Holes and Revelations» gross waren und mit sich selbst und weissen Ballons als Showeffekt auskamen.

Nun ist es aber nicht so, dass die drei Musiker die Bühne selbst nicht mehr ausfüllen würden. Die Band hat die knallbunten Visuals, die mit Lichterketten behangenen Gitarren und die Tanzgruppe auch nach 20 Jahren im Showbusiness nicht nötig. Weniger wäre mehr, das zeigen die Briten bei alten Hits wie «Plug In Baby», «Uprising», «Madness» oder «Time Is Running Out» in aller Deutlichkeit. Dann nämlich, wenn die Leinwände sie selbst oder gar nichts zeigen und die Tanzgruppe verschwindet.

So war das Konzert, wenn auch nicht eine konstant energetische Show, dann immerhin eine würdige Einstimmung auf die dritte Staffel der US-Serie «Stranger Things», die am Folgetag auf Netflix starten und die Menschen erneut in den Bann der 80er Jahre saugen wird. Und trotz ein paar Längen war es eine Darbietung im Sinne aller anwesenden Muse-Fans, denn die grossen Nummern, die setzten sie nach wie vor unter Starkstrom.

(SDA)


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