Neuer Vorschlag im Bergbahnenstreit

Von Linda Aeschlimann
Wie weiter mit den Bergbahnen?
Wie weiter mit den Bergbahnen? © Facebook/Bergbahnen Wildhaus
Der Kunde soll die Qual der Wahl haben. Die Bergbahnen Wildhaus präsentieren einen neuen Lösungsvorschlag im Bergbahnenstreit. Der Kunde soll zwischen einem regionalen und einem lokalen Ticket entscheiden können. Die Toggenburger Bergbahnen winken ab.

Auf geht’s in die nächste Verhandlungsrunde im Toggenburger Bergbahnenstreit. Die Zeit drängt für beide Parteien. «Der ganzen Region steht das Wasser bis zum Hals», sagt Jack Rhyner, Verwaltungsratspräsident der Bergbahnen Wildhaus. Deshalb schlägt er einen neuen Deal vor: «Wir möchten lokale Skipässe für beide Gebiete plus ein regionales Ticket.» So könne der Kunde selbst entscheiden, ob er nur noch in Wildhaus oder Unterwasser-Alt St.Johann, oder doch in beiden Skigebieten fahren möchte. Gelten soll die neue Regelung ab dem Winter 2019/2020.

Streitpunkt Tarifpool entschärfen

Neue Zahlen zeigen, laut den Bergbahnen Wildhaus, dass nur gerade 25 Prozent der Kunden das gemeinsame Angebot nutzen. Die restlichen 75 Prozent möchten nur auf einer Seite sein.
Ein weiterer Pluspunkt in diesem Deal ist für Jack Rhyner, dass nur noch ein kleinerer regionaler Umsatz erzielt wird und sich die Situation rund um den Verteilschlüssel «dramatisch entkrampft».

Nur noch rund ein Viertel der acht Millionen Franken wären zu verteilen. Hier machen die Bergbahnen Wildhaus den Toggenburger Bergbahnen folgenden Vorschlag: «Aufgrund der Ergebnisse der letzten Jahre schlagen wir vor, dass 54 Prozent den Toggenburger Bergbahnen zustehen. 46 Prozent davon beanspruchen wir.» Man wäre aber auch bereit über diesen Verteilschlüssel zu diskutieren.

Kein Interesse an diesem Deal

Der Vorschlag liegt seit Freitagmorgen auf dem Tisch der Toggenburger Bergbahnen und findet wenig Anklang. Zwar sind die Toggenburger Bergbahnen erfreut darüber, dass Wildhaus einsehe, dass der Verteilmechanismus des bestehenden Pools zwischen den beiden unabhängigen Unternehmen nicht mehr tragbar sei, sagt Präsidentin Melanie Eppenberger auf Anfrage von FM1Today. «Und doch glauben wir, dass der Vorschlag keine zielführende und erfolgsversprechende Lösung mit sich bringt. Er zementiert sogar die Trennung von den Gebieten.» Die Toggenburger Bergbahnen bleiben beim Übernahmeangebot.

Die Zeit drängt für Bergbahnen Wildhaus

Die Zeit für einen Kompromiss im Toggenburger Bergbahnenstreit drängt. Die Bergbahnen Wildhaus wollen nächstes Jahr eine neue 6er-Sesselbahn bauen. Dazu brauchen sie Bundes- und Kantonsgelder. Der Kanton St.Gallen will die fünf Millionen Franken für den Ausbau im Wildhauser Gebiet aber erst freigeben, wenn die beiden Streitparteien im Toggenburg eine Lösung gefunden haben. «Ich hoffe, dass es jetzt vorwärtsgeht», sagt Jack Rhyner. Es scheint aber nicht so.

(lae)


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