Der Zaun an der Grenze zu Kroatien ist errichtet

Thinh-Lay Bosshart, 19. September 2015, 12:49 Uhr
Ungarische Soldaten erstellen den 175 Kilometer langen Stacheldraht-Zaun um Flüchtlinge zu stoppen.
Ungarische Soldaten erstellen den 175 Kilometer langen Stacheldraht-Zaun um Flüchtlinge zu stoppen.
© EPA/ZOLTAN GERGELY KELEMEN HUNGARY OUT
Es gibt kein Durchkommen mehr für die Flüchtlinge: Ungarn hat in der Nacht auf heute den Stachelzaun an der Grenze zu Kroatien fertiggestellt. Damit möchte sich das Land gegen die Ankunft von Flüchtlingen aus dem Balkan abschotten.

Hunderte von Soldaten hatten tags zuvor mit dem Bau des 41 Kilometer langen Zauns begonnen. Die Grenze zwischen Ungarn und Kroatien ist insgesamt 330 Kilometer lang. Sie verläuft aber nur auf 41 Kilometern über Land. Auf dem restlichen Abschnitt wird sie vom Fluss Drau gebildet, der schwer zu durchqueren ist.

Die kroatische Regierung bekräftigte unterdessen, sie wolle weiter Flüchtlinge zur ungarischen Grenze bringen. Der kroatische Ministerpräsident Zoran Milanovic sagte am Samstag in Zagreb, Kroatien habe Ungarn "in gewisser Weise genötigt", Flüchtlinge zu übernehmen.

Obwohl es mit der Regierung in Budapest "keine Vereinbarung" darüber gebe, solle der Flüchtlingstransport weitergehen. Kroatien werde nicht zum Zentrum der Flüchtlinge in Europa werden. Seit Ungarn am Dienstag seine Grenze zu Serbien dicht gemacht hat, versuchen die Flüchtlinge durch Kroatien weiter nach Nordwesten zu gelangen.

Thinh-Lay Bosshart
Quelle: sda
veröffentlicht: 19. September 2015 12:49
aktualisiert: 19. September 2015 12:49