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«Eine riesige Lawine»

Leila Akbarzada, 28. September 2015, 13:57 Uhr
Der VW-Skandal ist nun auch in der Schweiz angekommen. Rund 180'000 Fahrzeuge sind von den gefälschten Abgastests betroffen. Das Bundesamt für Strassen (Astra) hat den Verkauf von betroffenen Fahrzeugen verboten. VW-Besitzer sind besorgt, auch in der Ostschweiz, wie ein Garagist aus der Region bestätigt.
Volkswagen hat mit dem Abgas-Skandal international einen Rufschaden erlitten. (EPA/ANDY RAIN/KEYSTONE)

«Das ist eine riesige Lawine, die da auf uns zugekommen ist», sagt Stefan Ulman, Geschäftsleiter der Schweidweg-Garage AG in Appenzell. Am Morgen um 7.15 Uhr kam heute bereits der erste Anruf eines besorgten Kunden. Er versuche, die Gemüter der Kunden zu beruhigen, habe aber auch vollstes Verständnis für das Missbehagen.

«Abwarten und schauen»

«Wir hatten einige Telefongespräche, vor allem von Kunden, die sofort aus dem Vertrag aussteigen wollten», sagt der Appenzeller. Dies sei aber etwas voreilig, denn man wisse noch gar nicht, welche Fahrzeuge dieser Art auf welche Weise tangiert sind. Man müsse jetzt erst einmal abwarten und schauen, was ferner von den Behörden und VW entschieden wird. Auch das Strassenverkehrsamt rät von voreiligen Schlüssen ab. «Im Moment können die Fahrzeuge noch normal eingelöst werden», sagt George Burger, Leiter des Strassenverkehrs- und Schiffbauamt St. Gallen. Das Strassenverkehrsamt warte auf Anweisungen der Astra.

Überreaktionen im Rahmen

Dass es zu Überreaktionen komme in solchen Fällen, sei für ihn absolut verständlich. «VW ist eine Supermarke, die jahrelang eine gute Arbeit geleistet hat. Jetzt hat der Kunde nach so einem Vorfall logischerweise etwas Vertrauen verloren», sagt er.

Vertrauen neu aufbauen

«Wir wurden vom Importeur informiert, bei welchen Fahrzeugtypen keine Verkaufsaktivität gemacht werden darf, bis das weitere Vorgehen geklärt ist», erklärt Ulman. Wie es nun konkret weitergeht, weiss der Garagist noch nicht. «Es braucht erst einmal viel Zeit, das Vertrauen der Kunden wieder zu gewinnen. Aber die Kundschaft muss auch uns Zeit geben, damit man genau informieren kann. Für das sind nun Abklärungen nötig.»

Ulman steht nach wie vor voll hinter VW. «Eine zweite Chance hat jeder verdient», findet Ulman.

Leila Akbarzada
Quelle: red
veröffentlicht: 28. September 2015 12:02
aktualisiert: 28. September 2015 13:57