Güselchaos im Thurgau

Angela Mueller, 12. Januar 2017, 18:45 Uhr
Raphael Rohner/FM1Today
Raphael Rohner/FM1Today
In rund 30 Thurgauer Gemeinden hat der Kehrichtabfuhr-Plan auf Anfang Jahr geändert. Doch der Wechsel klappt nicht überall reibungslos: Viele Einwohner haben nichts vom neuen Tourenplan mitbekommen oder die Abfuhr kam nicht rechtzeitig vorbei.

«Wir haben unsere Abfallsäcke wie immer am Montagmorgen an den Strassenrand gestellt», sagt Nadja aus Romanshorn zu TVO. Doch die Abfallsäcke wurden bis zum Abend nicht abholt. «Als ich bei der KVA reklamieren wollte, wurde ich über die Änderung aufgeklärt - neu werden sie statt am Montag am Donnerstag abgeholt.»

Heute Donnerstag hat Nadja ihre Säcke wieder rausgestellt - abgeholt wurden sie bis Mittag noch nicht. «Offenbar kann das noch bis zum Abend dauern», sagt sie.

Da und dort am falschen Tag an der Strasse

Nadja aus Romanshorn ist nicht die einzige, der das passiert ist. Eine kurze Tour durch verschiedenen Gemeinden zeigt, da und dort stehen fälschlicherweise Abfallsäcke an der Strasse und werden nicht abgeholt. So zum Beispiel in Arbon oder Bischofszell. In verschiedenen Internetforen werden die neuen Tourenpläne diskutiert.

TVO
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Für die Abfallentsorgung im Kanton ist unter anderen der Verband KVA Thurgau besorgt, dieser ist für rund 70 Thurgauer Gemeinden zuständig. Rund 30 Gemeinden haben nun seit Anfang Jahr einen neuen Tourenplan, zum Teil haben die Tage, zum Teil aber auch nur die Zeiten geändert. «Natürlich haben wir mit anfänglichen Schwierigkeiten gerechnet», sagt Peter Steiner, Geschäftsleiter der KVA Thurgau.

Kommunikation klappt nicht überall

Einerseits haben nicht alle beauftragten Transportfirmen die Touren beim ersten Mal vollständig abfahren können und kamen deshalb in Verzug oder bedienten nicht alle Sammelpunkte. «Andererseits hat es aber auch mit der Kommunikation nicht in allen Gemeinden gleich gut geklappt», sagt Steiner. So soll die Gemeinde Bischofszell schlicht und ergriffen vergessen haben, ihre Einwohner zu informieren, wie Recherchen von Radio FM1 zeigen.

Die Reorganisation der Kehrichtabfuhr im Kanton Thurgau war nötig, weil die Bevölkerung in den letzten zehn Jahren stark gewachsen ist. «Ausserdem wurden an verschiedenen Orten Unterflursammelstellen eingerichtet. Hier braucht es keine herkömmliche Abfallentsorgung mehr», sagt Steiner.

Rund ein Jahr haben die Planungs-Spezialisten der KVA Thurgau gearbeitet, um die 12'000 Sammelpunkte in den Gemeiden möglichst effizient miteinander zu koordinieren. »Nun arbeiten wir mit Hochdruck daran, die noch vorhandenen Probleme zu lösen», sagt Steiner.

TVO sprach mit Betroffenen

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Angela Mueller
veröffentlicht: 12. Januar 2017 18:45
aktualisiert: 12. Januar 2017 18:45