Hunderte demonstrieren in St.Gallen für Flüchtlinge

Christoph Fust, 19. September 2015, 17:21 Uhr
Kundgebung in St.Gallen.
Kundgebung in St.Gallen.
© TVO/Roger Inauen
Mehrere hundert Personen haben am Samstag in St.Gallen gegen Krieg und für die Aufnahme von Flüchtlingen demonstriert. Mit Transparenten, Luftballons und einem symbolischen Schlauchboot zogen sie friedlich durch die Stadt zum Grüninger-Platz.

Die Organisatoren der Kundgebung sprachen von rund 500 Teilnehmenden, laut Stadtpolizei waren es etwa 350. "100'000 syrische Flüchtlinge in die Schweiz aufnehmen!" hiess es auf einem Transparent. In mehreren Reden standen Syrien und Eritrea im Vordergrund.

Donia Gudeh, Flüchtlingsfrau aus Syrien, berichtete über die katastrophale Situation in ihrem Land. Vier Jahre Krieg bedeuteten auch, vier Jahre ohne Strom in zerstörten Städten zu leben. "Die Kinder hören Geschosse und sehen Blut."

Huruy Gherezghiher aus Eritrea schilderte die brutale Diktatur der ehemaligen Freiheitskämpfer in seinem Land. Freiheit gebe es nicht, Menschenrechte würden mit Füssen getreten. "Die Flucht hat kein Ende. Eritrea stirbt aus", sagte er. Eine Ansprache hielt auch die Schriftstellerin Dragica Rajcic.

Zur Kundgebung unter dem Motto "Kriege verhindern - Flüchtlinge aufnehmen" hatten der Schweizerische Friedensrat, das Solidaritätsnetzwerk Ostschweiz, der St.Galler Antirassismus-Treff Cabi und weitere Gruppierungen aufgerufen. In den kommenden Wochen soll es jeweils am Samstag in St.Gallen Mahnwachen geben.

Laut Auskunft von Dionys Widmer, Sprecher der Stadtpolizei St.Gallen, ist es während der Kundgebung zu keinen Zwischenfällen gekommen. Polizeibeamten haben die Kundgebung zum Grüningerplatz begleitet. Dort haben verschiedene Teilnehmer Ansprachen gehalten und es gab Musikdarbietungen.

Christoph Fust
Quelle: SDA/chf
veröffentlicht: 19. September 2015 17:02
aktualisiert: 19. September 2015 17:21