Kettensägen-Angreifer ist gefasst

Michael Ulmann, 26. Juli 2017, 07:59 Uhr
Der Kettensägen-Angreifer von Schaffhausen ist verhaftet worden. Dies gab die Schaffhauser Polizei am Dienstagabend bekannt. Die Verhaftung des 51-Jährigen erfolgte in Thalwil im Kanton Zürich.

Kurz nach 20.30 Uhr am Dienstagabend teilte die Schaffhauser Polizei mit, dass der Tatverdächtige in Thalwil ZH durch die Kantonspolizei Zürich verhaftet wurde. Detaillierte Informationen über seine Verhaftung gab die Schaffhauser Polizei nicht bekannt.

Medienkonferenz angekündigt

Weitere Informationen dazu und den Hintergründen möchte sie am Mittwoch um 10 Uhr an einer Medienkonferenz in Schaffhausen bekannt geben. Bis dahin würden keine Auskünfte erteilt, hiess es weiter. Auch die Kantonspolizei Zürich gibt keine Auskunft über die Verhaftung und verwies auf Anfrage an die Schaffhauser Polizei.

Grosse Erleichterung

Die Krankenversicherung CSS, in dessen Filiale in Schaffhausen der 51-Jährige am Montagvormittag gestürmt war und fünf Personen verletzte, zwei davon schwer, teilte auf ihrer Internetseite mit, man nehme die Festnahme des Täters mit grosser Erleichterung zur Kenntnis. Ausserdem bedankt sich die CSS für den Einsatz von sämtlichen involvierten Polizeikräften.

So reagierte die CSS-Versicherung auf die Nachricht der Festnahme des Täters. Screenshot www.css.ch

Noch eine Person im Spital

Ein schwerverletzter Mann liegt unterdessen noch im Spital. Er ist aber nicht in Lebensgefahr. Beim ihm handelt es sich um einen Mitarbeiter der Krankenkasse. Der zweite Mitarbeiter, der mit der Motorsäge verletzt wurde, konnte das Spital wieder verlassen.

Zwei Kunden, die sich auch in den Räumen der CSS aufhielten, erlitten einen Schock. Eine fünfte Person wurde im Zuge der polizeilichen Massnahmen leicht verletzt.

Im Wald gelebt

Die Suche nach dem Angreifer war mit Hochdruck geführt worden - sowohl auf Schweizer als auch auf Deutscher Seite. Im Einsatz waren auch Helikopter, welche die Wälder absuchen. Zudem wurde der Mann international zur Fahndung ausgeschrieben. Entsprechend sorgte der Fall auch über die Landesgrenzen hinaus für Schlagzeilen.

Der verwahrlost wirkende Mann hatte in letzter Zeit hauptsächlich in Wäldern gelebt. Sein Fahrzeug hat die Polizei bereits am Montag im Zürcher Weinland gefunden und beschlagnahmt.

Bis zur Festnahme am Dienstagabend war Schaffhausen im Ausnahmezustand. Die Polizei rief die Bevölkerung zur Vorsicht auf - insbesondere auch in den Wäldern. Deshalb hatte die Flucht des 51-Jährigen auch Auswirkungen auf die Freizeitgestaltung: So mussten etwa mehrere Ferienangebote für Kinder abgesagt werden, weil sie im Wald stattgefunden hätten.

Die Polizei ging davon aus, dass der Mann immer noch bewaffnet sein könnte - mit der Motorsäge, die beim Angriff zum Einsatz kam, oder auch mit anderen Waffen.

Pistole und Elektroschock

Der Angreifer war bereits zwei Mal wegen Widerhandlung gegen das Waffengesetz verurteilt worden. Beide Male erhielt er eine Geldstrafe, wie der zuständige Schaffhauser Staatsanwalt gegenüber der Nachrichtenagentur sda sagte.

Die erste Vorstrafe stammt aus dem Jahr 2014 im Kanton Bern. Damals hatte der Mann mehrfach ohne Bewilligung eine Pistole in der Öffentlichkeit getragen und die Waffe ungesichert gelagert. Die zweite Vorstrafe handelte er sich 2016 im Kanton Luzern ein. Damals fand die Polizei bei einer Kontrolle ein Elektroschock-Gerät.

Michael Ulmann
Quelle: uli/SDA
veröffentlicht: 25. Juli 2017 20:39
aktualisiert: 26. Juli 2017 07:59