Lugano schliesst 27 Privat-Bordelle

David Scarano, 17. September 2015, 19:24 Uhr
Symbolbild Getty Images/Sean Gallup
Die Stadt Lugano versucht seit längerem die Prostitution in Privatgebäuden zu unterbinden. Nun kann sie erste Erfolge vorweisen: In 27 Fällen wurden Privat-Bordelle geschlossen.

Vermietern und Hausverwaltern sei vielfach nicht bewusst gewesen, dass ihre Immobilien dem horizontalen Gewerbe dienten, teilte die Stadtgemeinde Lugano am Donnerstag in einem Bericht mit. Als die Besitzer durch die «Einsatzgruppe-Prostitution» der Polizei darüber informiert wurden, hätten sie sich häufig kooperativ gezeigt. Die Hausbesitzer seien dann auf privatrechtlichem Weg gegen ihre Mieter vorgegangen.

Polizei droht mit Amtssiegel

Wo das nicht half, versuchte es die Einsatzgruppe mit Abmahnungen oder drohte, die Wohnungen mit einem Amtssiegel unzugänglich zu machen. In 27 Fällen konnte im vergangenen Jahr so sichergestellt werden, dass Mietwohnungen wieder ausschliesslich für Wohnzwecke genutzt wurden, so die Stadtgemeinde.

Schwieriger gestalteten sich die Ermittlungen dagegen bei jenen fünf Wohnungen, die bereits vor 2014 der Polizei gemeldet wurden. Dort wurden Anfang September die letzten Mahnungen ausgesprochen - bislang ohne Erfolg.

Prostitutionsproblem bleibt

Von einem wirklichen «Rückgang» des Rotlicht-Gewerbes in Privatwohnungen kann laut der Stadt nur rund ein Jahr nach dem Arbeitsbeginn der «Einsatzgruppe-Prostitution» noch nicht gesprochen werden. Es würden aber aktuell mehr alte Fälle gelöst als neue gemeldet werden.

David Scarano
Quelle: sda
veröffentlicht: 17. September 2015 18:00
aktualisiert: 17. September 2015 19:24