Schweizer Bundesanwalt eröffnet Verfahren wegen Berlin-Anschlag

5. Januar 2017, 09:53 Uhr
Das Bundesstrafgericht in Bellinzona.
© KEYSTONE/Karl Mathis
Die Schweizer Bundesanwaltschaft hat im Zusammenhang mit dem Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt vom 19. Dezember ein Strafverfahren gegen Unbekannt eröffnet. Dabei geht es darum abzuklären, ob der Täter von Berlin Bezug zu Personen in der Schweiz hatte.

Der Sprecher der Bundesanwaltschaft, André Marty, bestätigte am Mittwochabend im Radio SRF, dass ein Strafverfahren eröffnet werde. Die Bundesanwaltschaft hat das Verfahren aufgrund von Hinweisen aus dem Ausland eröffnet. Damit werden nun nebst den ausländischen Behörden auch die Schweizer Behörden im Zusammenhang mit dem Attentat aktiv.

Beziehungen in die Schweiz?

Tatbestand ist der Verdacht auf einen Verstoss gegen Artikel 260ter des Strafgesetzbuches wegen Unterstützung beziehungsweise Beteiligung an einer kriminellen Organisation sowie gegen Artikel 2 des Bundesgesetzes über das Verbot der Gruppierungen Al-Qaida und Islamischer Staat sowie verwandter Organisationen in der Schweiz. Nach dem Attentat wurde darüber spekuliert, ob der Attentäter von Berlin Beziehungen zu Kontaktpersonen in der Schweiz hatte.

Internationale zusammenarbeit

Das Strafverfahren werde in enger Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Polizei (fedpol) geführt. Zudem werde das Verfahren mit den ausländischen Behörden koordiniert. Weitere Angaben könnten derzeit nicht gemacht werden, sagte Marty.

Beim Anschlag am 19. Dezember sind zwölf Menschen ums Leben gekommen, dutzende wurden verletzt. Mutmasslicher Täter war ein 26-jähriger Tunesier. Er fuhr mit einem Lastwagen in die Menschenmenge am Berliner Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz. Der 26-Jährige wurde am 23. Dezember in Sesto San Giovanni bei Mailand von Polizisten erschossen.

Quelle: SDA
veröffentlicht: 4. Januar 2017 18:18
aktualisiert: 5. Januar 2017 09:53