Unesco will Zerstörungen in Mali vor Haager Strafgerichtshof sehen

19. Juli 2015, 03:30 Uhr
Die von Islamisten im malischen Timbuktu angerichteten Zerstörungen sollen nach dem Willen der UNO-Organisation für Wissenschaft, Bildung und Kultur (Unesco) schon bald den Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) beschäftigen.
Unesco-Welterbe: Moschee im kriegsversehrten Timbuktu (Archiv)
© KEYSTONE/AP/REBECCA BLACKWELL

Sie habe vor zwei Monaten die ICC-Anklägerin getroffen und sie gehe davon aus, dass «sie schnell vorankomme» und den «Fall dem ICC vorlegt», sagte Unesco-Chefin Irina Bokova bei einem Besuch von rekonstruierten Mausoleen in Timbuktu. Die Zerstörung kulturellen Erbes sei nach der Haager Konvention ein «Kriegsverbrechen». Bokova hält sich seit Freitag in Mali auf.

Durch den Wiederaufbau der Mausoleen könne die Unesco den Friedensprozess in Mali und die Wiederherstellung der Identität Timbuktus begleiten, sagte Bokova. Acht der Stätten seien bereits rekonstruiert, die anderen würden bis zum Jahresende fertig.

Auch für die anderen Kulturgüter gebe es Hilfe, insbesondere nannte sie ebenfalls in Mitleidenschaft gezogene wertvolle Manuskripte und Moscheen in der Stadt. Bislang seien drei von den erforderlichen elf Millionen Dollar aufgebracht.

Mali war durch einen Militärputsch im März 2012 ins Chaos gestürzt. Islamisten und Tuareg-Rebellen nutzten das dadurch entstandene Machtvakuum, um den Norden des Landes in ihre Gewalt zu bringen. Die Islamisten setzten sich durch und herrschten mit harter Hand, bis sie im Januar 2013 durch eine französische Militärintervention aus den wichtigsten Städten vertrieben wurden. In Timbuktu richteten die Islamisten schwere Schäden an, sie zerstörten 16 der imposanten Mausoleen Timbuktus für muslimische Heilige.

veröffentlicht: 19. Juli 2015 03:30
aktualisiert: 19. Juli 2015 03:30
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