Wilde Bären und Saurier unter einem Dach

Raphael Rohner, 10. November 2016, 16:56 Uhr
Ein neues Zuhause für hunderttausende Tiere mitten in der Stadt St.Gallen. Das Naturmuseum ist umgezogen. Mitsamt dem Ameisenvolk.

«Für mich und die Stadt St.Gallen ist das neue Naturmuseum ein absoluter Glücksfall», sagt Patrizia Adam, Stadträtin von St.Gallen. Sie selbst ist im Museumsquartier aufgewachsen und sie freut sich riesig über den Neubau im Osten der Stadt: Endlich haben alle Tiere einen angemessenen Platz und jeder kann sie richtig anschauen. Auch ihre Lieblingsstücke der Ausstellung wurden in den letzten Tagen aus den alten Räumen gezügelt: «Der Eisbär und der Dinosaurier waren schon immer meine Lieblinge, aber richtig atemberaubend sind die Ameisen, die im Museum leben», schwärmt Adam und bekommt funkelnde Augen vor Freude. Neben dem Ameisenvolk wurden auch lebende Mäuse umgesiedelt, die in der Ausstellung beobachtet werden können.

Vom Krokodil im Mittelalter bis zur High-Tech Ausstellung

Die Geschichte des St. Galler Naturmuseums begann im Jahre 1623 mit einem vier Meter langen Krokodil: «Zu Beginn sammelte man lediglich Raritäten, Missbildungen und anderes Kurioses, niemand dachte an einen wissenschaftlichen Aspekt der Sammlung», weiss Toni Bürgin, Museumsdirektor im Naturmuseum. Heute zählt das Museum über 300'000 Ausstellungsstücke, wovon vieles angefasst werden kann und auch soll: «Wir wollen den Leuten staunend die Natur näher bringen.»

Ein Paradies für Entdecker-Kinder

«Wir wollen Mami und Papi überzeugen nochmal ins neue Museum zu gehen», die Gesichter der 12-jährigen Cheyenne und des 13-jährigen Micha strahlen. Sie durften mit der FM1-Reporterin Nadja Marugg schon vor der Eröffnung einen Blick hinter die Kulissen werfen und waren begeistert: «Der Bär sah richtig furchteinflössend aus und ich wusste gar nicht, dass im Bodensee so viele Fische leben», sagt Micha. Cheyenne ist entzückt, dass man überall etwas selber ausprobieren kann und eine richtige Entdeckungstour machen kann.

Cheyenne und Micha durften einen Blick hinter die Kulissen des neuen Naturmuseums in St.Gallen werfen.
© Nadja Marugg

Blick über den ganzen Kanton St.Gallen

Der Neubau der dieser Tage eröffnet wird, hat fast 40 Millionen Franken gekostet und lässt die ausgestopften Bären, Füchse, Fische und Dinosaurier im besten Licht erscheinen. Unter anderem beherbergt das neue Gebäude auch eine Vogelstation, die verletzte Vögel pflegt. Ebenso beheimatet das Museum eine eigene Werkstatt und eine Präparationsstelle um Tiere auszustopfen. «Eines meiner Highlights ist die 37 Quadratmeter grosse Reliefkarte des Kantons St.Gallen. Man kann vom Bodensee bis zum Ringelspitz fast jedes Haus entdecken», sagt Bürgin. Er und sein Team freuen sich auf den Tag der offenen Türe am 12. und 13. November, an dem der Eintritt ins neue Naturmuseum kostenlos ist.

Anmerkung der Redaktion: Heute ist Zukunftstag, auch bei uns. Dieser Artikel entstand unter Mithilfe der 11-jährigen Anja Meinherz.

Raphael Rohner
Quelle: rar
veröffentlicht: 10. November 2016 16:56
aktualisiert: 10. November 2016 16:56