Das grosse Aufräumen am OpenAir

Lara Abderhalden, 3. Juli 2017, 20:26 Uhr
Einige Campingstühle stehen verlassen im Stroh, kaputte Pavillons wippen im Wind und ein Regenschirm fliegt durch die Luft. Das OpenAir St.Gallen ist vorbei und das grosse Aufräumen hat begonnen. Rund 200 Tonnen Abfall sind liegen geblieben - verhältnismässig sehr wenig für ein Festival dieser Grösse.

«Wir hatten am Sonntag die schlimmste Kombination, die sich ein Veranstalter wünschen kann. Es hat geregnet und es war Sonntag», erzählt Cyrill Stadler, Finanzchef des OpenAirs. Dies habe dazu geführt, dass viele Besucher ihren Abfall bis mit vor die Bühne nahmen und das Gelände dann verliessen. Daher habe man mit sehr viel Abfall vor allem vor der Bühne gerechnet. Dem war aber nicht so: «Es entstand alles in allem relativ wenig Abfall.» Um die 200 Tonnen Abfall sollen es sein, welche auf dem Gelände produziert wurden.

Rund zwei Tage dauern die ganzen Aufräumarbeiten (Bild: Lara Abderhalden)
Rund zwei Tage dauern die ganzen Aufräumarbeiten (Bild: Lara Abderhalden)
© Rund zwei Tage dauern die ganzen Aufräumarbeiten (Bild Lara Abderhalden)

1,7 kg Abfall pro Person

Viel ist das nicht: «Es wirkt nach mehr, als es ist», so Stadler. Viele würden immer nur Bilder von Abfallbergen sehen. «Klar, sieht es nach viel aus, da es ungebündelt herum liegt, aber wir sind nahe beim Durchschnitt des täglichen Abfallverbrauchs.» So produziere jeder Mensch pro Tag rund 1,9 Kilogramm Abfall, am OpenAir seien es auf die Personen herunter gerechnet sogar weniger, nämlich rund 1,7 Kilogramm gewesen.

Leere Petflaschen und kaputte Campingstühle am OASG (Bild: Lara Abderhalden)
Leere Petflaschen und kaputte Campingstühle am OASG (Bild: Lara Abderhalden)
© FM1Today/Lara Abderhalden

«Wenn wir den ganzen Abfall in der Stadt einfach vor der Wohnung ausbreiten würden, würde es ungefähr gleich aussehen.» Die Kritik, dass das Zeltdepot nichts nütze oder die Forderung nach noch höheren Depots, weist Cyrill Stadler zurück: «Wir sind sehr zufrieden mit der Rücklaufquote der Zelte. 89 Prozent der Zelte wurden zurückgegeben. Diese Zahl ist sogar noch besser als letztes Jahr.» Dass viele die Zelte nach dem Einkassieren des Depots von 20 Franken wieder in den Kübel schmeissen, stört den Finanzchef nicht: «Die Zelte sind zum Teil so kaputt oder so billig, die kann man kein zweites Mal verwenden. Wir haben dieses Jahr extra Müllcontainer vor die Ausgänge gestellt, in welchen die kaputten Zelte entsorgt werden konnten.»

Schüler räumen auf

Auch die Rücklaufquote der Becher ist erfreulich: Über 90 Prozent der Becher wurden wieder zurückgegeben. Diese Zahl ist zwar leicht höher als letztes Jahr, aber dennoch erfreulich. «Letztes Jahr hat uns das Wetter noch etwas mehr in die Karten gespielt. Dieses Jahr hatten wir etwas mehr Pech.»

Schüler müssen im Zuge einer Projektwoche «fätzle» (Bild: Lara Abderhalden)
Schüler müssen im Zuge einer Projektwoche «fätzle» (Bild: Lara Abderhalden)
© Schüler müssen im Zuge einer Projektwoche «Fätzle» Bild: Lara Abderhalden

Für die rund 360 Schüler, die im Moment auf dem Gelände «fätzeln» ist die Sonne pünktlich zum OpenAir-Ende zurückgekehrt. Rund zwei Tage dauert es noch, bis der ganze Abfall im Tobel aufgeräumt ist. «Natürlich ist es möglich, dass mit dem Auflockerungsgerät noch weitere Dinge aus dem Boden auftauchen, damit rechnen wir aber jedes Jahr.»

Für den Moment ist das OpenAir St.Gallen Geschichte und für das kommende Jahr wird nicht viel mehr verraten als: «Wir haben ein neues Sujet. Programmtechnisch kann ich noch gar nichts sagen.»

Videos vom grossen Aufräumen:

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Lara Abderhalden
Quelle: abl
veröffentlicht: 3. Juli 2017 16:59
aktualisiert: 3. Juli 2017 20:26