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Sommer 2022

«Out in the Green» als Konkurrenz fürs OpenAir St.Gallen?

Lukas Schmidt, 15. September 2021, 19:52 Uhr
Die Rockmusik kehrt nach Frauenfeld zurück. Im Sommer 2022 findet dort das «Out in the Green»-Festival statt. Nur ein Tag vor Start des OpenAir St.Gallen. Führt dies zu finanziellen Einbussen für das OpenAir St.Gallen?
Kommt es zur Schlammschlacht zwischen dem OpenAir St.Gallen und «Out in the Green»-Festival?
© FM1Today

Stell dir vor, du organisierst eine Party. Schon jahrelang. Jeweils zum gleichen Zeitpunkt. Nun aber kommt raus, dass nur ein Tag vorher jemand anderes auch eine Fete plant. Die «neue» Party ist cool, wird viele Menschen anlocken. Möglicherweise verlierst du Gäste und musst finanzielle Einbussen hinnehmen. Blöd für dich, oder?

Im Sommer 2022 kehrt das «Out in the Green»-Rockfestival nach 20-jähriger Abstinenz nach Frauenfeld zurück (FM1Today berichtete). Ausgerechnet einen Tag vor dem Start des OpenAir St.Gallen.

«Das geht aneinander vorbei»

Ob das oben beschriebene Szenario zur Ostschweizer Festival-Situation im kommenden Sommer passt? Möglicherweise. Anderer Meinung ist da Nora Fuchs, Mediensprecherin des OpenAir St.Gallen: «Das ‹Out in the Green› ist ein Tagesevent, kein mehrtägiges Camping-Festival wie das OpenAir St.Gallen. Zudem liegt der Fokus explizit auf Rockmusik. Das geht aneinander vorbei.» Doch ist das so?

Mit Muse konnte das OpenAir St.Gallen eine weltbekannte Rockband als Headliner an Land ziehen. Die Briten kehren nach 18 Jahren ins Sittertobel zurück. «Ein Glücksgriff», gemäss dem St.Galler Tagblatt. Trotzdem bleibt die Frage im Raum stehen, wie gross die Anziehungskraft einer Band dieser Grösse noch ist, wenn kurz vorher in Frauenfeld ein «reines» Rockfestival stattfindet – unter anderem mit Metallica im Line-Up.

Wo ist das zahlungskräftigere Publikum?

Speziell Rockliebhaber dürften den Besuch des eintägigen «Out in the Green»-Festivals bevorzugen, wo ihre Ohren nur mit Rockmusik beschallt werden und auf Muse verzichten. Dieses Publikum droht dem OpenAir St.Gallen durch die Lappen zu gehen. Und damit wahrscheinlich auch eine Menge Geld.

Denn im Vergleich zu Hip-Hop und elektronischer Musik begeistert Rock tendenziell das etwas ältere Publikum. Erfahrungsgemäss sind es diese älteren, meist zahlungskräftigeren Leute, welche an Festivals bei Getränken und Essen nicht sparen. Sie spülen viel Geld in die Kassen des Veranstalters.

Auf unsere Anfrage antwortet Nora Fuchs, dass sich die Veranstalter des OpenAir St.Gallen noch keine solchen Gedanken gemacht hätten. Ob zu Recht oder nicht – Gewissheit herrscht im kommenden Sommer.

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 15. September 2021 17:01
aktualisiert: 15. September 2021 19:52