«Würden lieber ans Openair Frauenfeld»

Dario Brazerol, 3. Juli 2018, 05:47 Uhr
Für sie geht die Arbeit nach dem OpenAir St.Gallen erst richtig los. Zahlreiche Helfer räumen in den nächsten zwei Wochen das auf, was die Partymeute liegengelassen hat und bringen das Sittertobel wieder in den gewohnten Zustand.

Vier Tage Ausnahmezustand im Sittertobel hinterlassen ihre Spuren. Liegengelassene Zelte und PET-Flaschen, soweit das Auge reicht. Und das alles verteilt auf einer Fläche von rund 22 Hektaren. Aber nicht nur der Abfall muss zusammengesammelt werden, sondern auch die ganze Infrastruktur muss wieder abgebaut werden. Die Helfer arbeiten in den nächsten Wochen auf Hochtouren.

Häggenschwiler Schüler helfen mit

Dazu gehören unter anderem Gianna und Zoé von der Oberstufenschule SBW Häggenschwil. Schon mehrere Jahre helfen Schulklassen der SBW beim Aufräumen mit. Die beiden 15-Jährigen sind zum zweiten Mal dabei. «Wir sind heute um 7.45 Uhr beim Schulhaus gestartet und kommen heute Abend um 17.45 Uhr wieder zu Hause an. Morgen geht es nicht so lange, da haben wir eine Stunde früher Feierabend», sagt Zoé.

Lustiges und Nützliches

In diesen zwei Tagen gibt es für die Schüler einiges zu tun. Alleine im Wartebereich ist noch viel Abfall zu sehen. «Wir müssen jedes einzelne Fetzli aufnehmen. Dafür hat jeder einen eigenen Abfallsack», erklärt Gianna. Dabei kommen auch Dinge zutage, welche den Schülern gelegen kommen: «Teilweise finden wir lustige aber auch nützliche Sachen. Diese dürfen wir mit nach Hause nehmen, wenn wir sie gebrauchen können. Letztes Jahr habe ich beispielsweise eine intakte Powerbank gefunden oder auch ein paar coole Taschen.»

Zu jung fürs OpenAir St.Gallen

Das ist aber nicht alles, was den Jugendlichen als Entlohnung zusteht: «Jeder von uns bekommt ein Ticket für das OpenAir St.Gallen. Das ist recht cool, aber weil wir alle erst 14 oder 15 Jahre alt sind, können wir selbst noch nicht hingehen. Allerdings freuen sich unsere Geschwister über die Tickets oder wir können diese an andere Leute weiterverkaufen.» Ob die beiden im nächsten Jahr, wenn sie alt genug sind, selber ans OASG gehen werden, wissen sie noch nicht: «Ich denke, wir würden eher ans Openair Frauenfeld gehen. Dort sagt uns der Musikstil mehr zu.»

Noch zwei Wochen Arbeit

Einer, der alt genug für das OASG ist, ist Helfer Manuel. Er ist seit bald drei Wochen fast täglich auf dem Openair-Gelände und wird auch in den nächsten Tagen im Sittertobel arbeiten. «Heute haben wir angefangen, die Gitter und Werbungen abzubauen. Bis jetzt kommen wir gut voran. Fertig sind wir aber wahrscheinlich erst in einer oder gar zwei Wochen.» Am OpenAir selbst durfte Manuel im Gegensatz zu Gianna und Zoé ganz normal mitfeiern.

Bis die letzten Spuren des OASG im Sittertobel beseitigt sind, dauert es also noch eine Weile. Zum Ausruhen haben die Helfer nun genau 359 Tage Zeit. Dann startet nämlich die nächste Ausgabe des OpenAir St.Gallen, welches ohne die vielen helfenden Hände nicht möglich wäre.

Dario Brazerol
Quelle: dab
veröffentlicht: 3. Juli 2018 05:47
aktualisiert: 3. Juli 2018 05:47