Openairs

«Zweites Jahr ohne OASG wäre extrem schade»

Dario Brazerol, 7. Oktober 2020, 08:27 Uhr
Die Veranstalter von Openairs stecken aktuell in den Vorbereitungen für die nächstjährigen Ausgaben. Neben dem Openair Frauenfeld zeigt sich auch das OpenAir St.Gallen zuversichtlich, was die Austragung 2021 angeht. Für kleinere Festivals bildet die Corona-Krise aber eine grössere Herausforderung.
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Das Openair Frauenfeld zeigt sich am Montag optimistisch, dass das Hiphop-Festival 2021 im gewohnten Rahmen stattfinden kann (FM1Today berichtete). Das Openair soll mit 180'000 Besuchern durchgeführt werden, ob eine Maskenpflicht herrschen wird, oder ob sich die Besucher alle testen lassen müssen, ist noch nicht klar.

«Prüfen alle Optionen für Schutzkonzepte»

Auch beim OpenAir St.Gallen herrscht aktuell noch eine gewisse Planungsunsicherheit. «Wie das Openair Frauenfeld sind wir aber optimistisch für den kommenden Sommer», sagt Nora Fuchs, Mediensprecherin des OpenAir St.Gallen, auf Anfrage von FM1Today. «Wir sind an der Planung des Festivals 2021, das Booking ist im Endspurt und wir prüfen alle Optionen für Schutzkonzepte. Dazu läuft auch international wie national ein Austausch unter den Festivals.»

Erst wenn die Schutzkonzepte und deren Umsetzung geprüft sind, wollen die Verantwortlichen über den weiteren Zeitplan entscheiden und informieren. Der Vorverkauf für die Ausgabe von 2021 ist aber bereits angelaufen – allerdings schleppend, sagt Fuchs: «Im Moment werden für Grossveranstaltungen, die noch weit weg liegen, kaum Tickets verkauft.»

«Könnten zweite Absage verkraften»

Die meisten der Acts für das OASG 2021 wurden bereits im Juni bekannt gegeben. Ein Headliner sowie die Programme der kleineren Bühnen werden aktuell noch fertig gebucht und zu einem späteren Zeitpunkt angekündet.

Auch wenn die Planung des Festivals aktuell auf Hochtouren läuft: Ein Risiko für eine erneute Absage bleibt bestehen: «Eine zweites Jahr ohne OASG wäre extrem schade, mit verschiedenen Massnahmen wie Kurzarbeit im Team könnte aber auch eine zweite Absage verkraftet werden», sagt Nora Fuchs.

OASG-Mediensprecherin Nora Fuchs

«Irgendwann ist das Kässeli leer»

Anders sieht es beim Quellrock Openair aus. «Wenn man jedes Jahr ein Minusgeschäft macht, ist das Kässeli irgendwann leer», sagt OK-Präsident Andy Hartmann. Deshalb planen auch die Bad Ragazer bereits die nächste Ausgabe des Festivals. «Damit es finanziell für uns aufgeht, brauchen wir 4500 Gäste auf dem Gelände. Mit nur zwei Drittel oder gar nur der Hälfte der Leute können wir das Festival nicht rentabel durchführen.»

Im Vergleich zum OpenAir St.Gallen oder dem Openair Frauenfeld ist das Quellrock eines der kleineren Festivals. Auch weil das Gelände nicht mehr Platz bietet. Auf dem Festival-Areal Schnelltests anzubieten, so wie es das Openair Frauenfeld in Erwägung zieht, kann sich Andy Hartmann nur schwer vorstellen: «Mit den Schnelltests müssten auch Wartezonen zur Verfügung gestellt werden. Auf unserem Gelände wäre dies aus logistischer Sicht schwierig.»

«Kann mir nicht vorstellen, dass Gäste Masken tragen»

Ob eine Maskenpflicht auf dem Gelände die richtige Schutzmassnahme wäre, stellt Hartmann ebenfalls in Frage: «Ich persönlich kann mir fast nicht vorstellen, dass Festivalgänger vor der Bühne eine Maske tragen. Eine bessere Strategie ist es, wenn jeder Gast im Vorhinein getestet wurde und gesund ist.»

Vom Bund wünscht sich der OK-Präsident für das nächste Jahr mehr Planungssicherheit. Der Bundesrat hat erst am 30. April diesen Jahres entschieden, dass bis Ende August keine Grossanlässe stattfinden dürfen. Die Festivalveranstalter mussten diesen Moment abwarten, um sich auf eine rechtliche Grundlage für die Absage stützen zu können. «Nächstes Jahr müssen wir es früher wissen», betont Andy Hartmann. «Da wir aber ein eher kleines Festival sind, können wir länger zuwarten als die grossen. Das ist unser Vorteil.»

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 7. Oktober 2020 06:23
aktualisiert: 7. Oktober 2020 08:27