OBA

«Es gibt keine unnötigen Weiterbildungen»

Laurien Gschwend, 20. August 2019, 11:24 Uhr
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Viele lassen sich bei der Wahl der Weiterbildung vom Freundeskreis beraten.
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Weiterbildungen erhöhen deinen Marktwert und erweitern deinen persönlichen Horizont. Doch welche Weiterbildung macht dich fit für die Zukunft? Wir haben bei zwei Experten nachgefragt.

Technischer Kaufmann, Fachfrau Operationstechnik oder die Berufsprüfung zum Chefkonditor: Die Liste mit Weiterbildungen, die du alleine im Kanton St.Gallen absolvieren kannst, ist ellenlang. Gut möglich also, dass du im Weiterbildungsdschungel den Überblick verlierst. Die Ostschweizer Bildungs-Ausstellung (OBA) vom 29. August bis 1. September in den Olma-Hallen in St.Gallen kann dir diesbezüglich weiterhelfen – hier schon einmal ein paar Inputs:

Von der Leidenschaft leiten lassen

Bei der Wahl der passenden Weiterbildung solltest du dir insbesondere die Frage stellen, wo du beruflich einmal hin willst. «Wichtig ist, für sich selbst zu wissen, wo die eigenen Stärken liegen und woran man Freude hat», sagt Bruno Müller, Leiter des Amts für Berufsbildungen im Kanton St.Gallen. «Damit man nicht jeden Samstag in ein Klassenzimmer sitzt und sich fragt, warum man aufgestanden ist.»

Auf die Art der Ausbildung achten

Ein wichtiges Kriterium bei der Lehrgangswahl ist laut Müller die Art des Abschlusses. «Es ist sicherlich ein gutes Zeichen, wenn die Weiterbildung national anerkannt ist. Was jedoch nicht heisst, dass andere Ausbildungen ohne diese Anerkennung nichts hergeben.» Die Selbstmotivation, seine Hirnzellen zu aktivieren, sei unerlässlich. «Dann gibt es auch keine unnötigen Weiterbildungen.»

Referenzen einholen

Du kannst dir auch die Meinung deiner (ehemaligen) Arbeitskolleginnen und Arbeitskollegen zunutze machen: Haben sie einmal eine Weiterbildung absolviert, die sie weitergebracht hat? Gibt es weitere Referenzen, welche die Qualität des Lehrgangs bezeugen können? Viele Schulen veröffentlichen übrigens eine Liste der Abgängerinnen und Abgänger.

Nicht ins Leere lernen

Natürlich ist es toll, wenn du ein breites Allgemeinwissen mitbringst und sich dieses «Rucksäckli» weiter füllt. «Es ergibt aber beispielsweise wenig Sinn, Französisch zu lernen, obwohl man es in den nächsten Jahren gar nicht brauchen wird», sagt Müller. Jeder Mensch spüre selber, wann es Zeit wird, eine neue Herausforderung anzunehmen. Der Leiter des Amts für Berufsbildung empfiehlt jedoch, sich zuerst in einen Job einzuarbeiten, um sich später parallel und themenbezogen weiterzubilden.

Sich für die Zukunft rüsten

Trotz bereits fortgeschrittener Digitalisierung lässt sich nicht sagen, welches Berufsfeld später einmal die besten Jobchancen bietet. «In die Glaskugel zu schauen, ist nicht förderlich, es schürt sogar Ängste», sagt Alexandra Cloots, Co-Leiterin des Panels «New Work» an der Fachhochschule St.Gallen, auf Anfrage von FM1Today. Ihr Team habe vergangenes Jahr im Rahmen einer Studie untersucht, welche Kompetenzen benötigt werden, um für die Zukunft parat zu sein. «Sehr wichtige Elemente sind Informationsbeschaffung, elektronische Kenntnisse und die Flexibilität, auf Veränderungen zu reagieren», sagt Cloots. Dies gelte alters- und berufsunabhängig.

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Bruno Müller, Leiter des Amts für Berufsbildung im Kanton St.Gallen

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Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 7. August 2019 09:37
aktualisiert: 20. August 2019 11:24