Oberstes Gericht der Malediven bestätigt Niederlage von Präsident

Niederlage für Abdullah Yameen, den Präsidenten der Malediven: Das Oberste Gericht des Inselstaats befand am Sonntag einstimmig, dass es bei der Präsidentschaftswahl im September keine Manipulation gab. Yameen unterlag dem Oppositionskandidat Ibrahim Mohamed Solih. (Archivbild)
Niederlage für Abdullah Yameen, den Präsidenten der Malediven: Das Oberste Gericht des Inselstaats befand am Sonntag einstimmig, dass es bei der Präsidentschaftswahl im September keine Manipulation gab. Yameen unterlag dem Oppositionskandidat Ibrahim Mohamed Solih. (Archivbild) © KEYSTONE/AP/ERANGA JAYAWARDENA
Das Oberste Gericht der Malediven hat die Wahlniederlage des Staatschefs Abdulla Yameen bei der Präsidentschaftswahl bestätigt. Die fünf Richter befanden am Sonntag einstimmig, Yameen habe nicht beweisen können, dass die Wahl manipuliert worden sei.

Bei der Wahl im September hatte überraschend der Oppositionskandidat Ibrahim Mohamed Solih mit 58,4 Prozent der Stimmen gewonnen.

Der 59-jährige Yameen hatte am Mittwoch in einer Fernsehansprache seine Niederlage eingeräumt und angekündigt, am 17. November zurückzutreten. Zugleich ging er aber juristisch gegen das Wahlergebnis vor.

Anfang Oktober hatte er das höchste Gericht des Inselstaats angerufen, um eine Annullierung der Wahl und Neuwahlen zu erreichen. Yameen erklärte, bei der Wahl sei unsichtbare Tinte genutzt worden, um das Votum zu verfälschen. Für ihn abgegebene Stimmen seien somit verschwunden.

Ein Sieg des Oppositionskandidaten hatte als äusserst unwahrscheinlich gegolten, weil Yameen das Urlaubsparadies im Indischen Ozean autoritär regiert und mit aller Härte gegen die Opposition vorgeht. Alle aussichtsreichen Konkurrenten des Staatschefs sassen bei der Wahl im Gefängnis oder mussten vorher das Land verlassen.

Der bisher relativ unbekannte Solih war als Kandidat der Maledivischen Demokratischen Partei (MDP) von Ex-Staatschef Mohamed Nasheed ins Rennen gegangen und wurde von allen Oppositionsparteien unterstützt.

Vor der Präsidentschaftswahl hatten die Opposition und Wahlbeobachter vor Wahlbetrug gewarnt. Die USA und die EU drohten mit Sanktionen, sollte die Abstimmung in dem von 340’000 überwiegend muslimischen Einwohnern bevölkerten Inselstaat nicht frei und fair verlaufen.

(SDA)


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