Tag des Gastkantons

Capuns statt Bratwurst: So präsentiert sich Graubünden an der Olma

Yasmin Stamm, 15. Oktober 2022, 20:40 Uhr
An der 79. Olma ist der Mitgründerkanton Graubünden als Gast unterwegs. Unter dem Motto «aifach gspunna» zeigt sich Graubünden von seiner vielfältigsten Seite. Egal ob kulinarische oder musikalische Höhen und Tiefen: So hat sich Graubünden an der Olma präsentiert.

Quelle: TVO

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Das letzte Mal konnte sich Graubünden vor 19 Jahren als Gastkanton an der Olma präsentieren und das, obwohl er vor 79 Jahren ein Mitgründerkanton war. Umso mehr wollen die Bündner den St.Gallern in Erinnerung bleiben.

Über 1'100 Bündner in St.Gallen

Schon um 10 Uhr wurden die Strassen von St.Gallen von den Bündnern beherrscht. Mit über 1'100 grossen, kleinen, tierischen und menschlichen Besuchern reiste Graubünden ins Tal für die grosse Parade an der Olma. Verschiedene Vereine zogen mit ihren Wagen vom Bahnhofsplatz über den Marktplatz bis zum Olmagelände, wo sie sich unter den St.Gallern zerstreuten.

Rap, Jodel, Klassik

Zum Festakt um 14 Uhr finden die Graubündner und die St.Galler wieder in der Arena zusammen. Es wird gesungen, gejodelt und gerappt. Neben dem Rapper Snook traten auch die Polizeikapelle Graubünden und die «Schwyzerörgeli Fründa Felsberg» auf. Sie alle präsentierten ihre Neuinterpretation des romanischen Liedes «La sera sper il lag».

Am Festakt gab es viel Musikalisches.

© St.Galler Tagblatt/Donato Caspari

Doch es gibt nicht nur musikalische Aufführungen. Die Olmadirektorin Christine Bolt, der St.Galler Regierungsrat Marc Mächler und der Bündner Regierungsratspräsident Marcus Caduff wurden vor ihren Reden jeweils von Kutschen, Fahrradkutschen und einem kleinen Postautobus in die Arena gebracht.

Christine Bolt fährt mit der Postkutsche vor.

© St.Galler Tagblatt/Donato Caspari

Humorvoll moderiert von dem Bergbauern Jasper Cappuns (Lorenzo Polin) versucht der Gastkanton in eineinhalb Stunden die Olma mit dem Bündner Charme zu umwickeln. Doch das nicht nur erfolgreich. «Es war ganz chaotisch», sagt ein St.Galler Besucher. Zwar hätte man sehen können, was es in Graubünden alles gäbe, aber zum Teil sei es ihm sehr unorganisiert vorgekommen.

Lorenzo Polin begründete diese Unorganisiertheit: «Für gewöhnlich wird alles immer ins Detail geplant und geübt, dieses Mal ist keine Sekunde mit allen Gruppen zusammen geübt worden.» Deshalb sei er froh, dass alles so geklappt hat, wie es sollte, auch wenn es manchmal etwas chaotisch schien.

Graubünden gut vertreten

Die befragten Bündnerinnen und Bündner finden alle, das Graubünden am Tag des Gastkantons gut vertreten sei. Jedoch wird gesagt, dass das Südbünden sowie die nicht romanischen Teile zum Teil etwas vernachlässigt wurden. «Für einen Bündner, der kein Romanisch spricht, fühlt es sich etwas an, als ob man nicht dazu gehören würde.»

Auch der Regierungspräsident von Graubünden, Marcus Caduff, sagt, dass Graubünden gut vertreten sei. «Solange wir bei den Leuten gut ankommen, haben wir unser Ziel erreicht und das scheint heute so zu sein.» Die Rückmeldungen seien bisher alle positiv ausgefallen.

Neuer Weltrekord geglückt

Am Ende des Festaktes wird verkündet, dass heute der Weltrekord des längsten Capuns der Welt gebrochen worden sei. Mit 17 Metern länge wurde es bei der Parade durch St.Gallen kutschiert und an die Zuschauer verteilt. «Geschmeckt hätte es anscheinend nicht so gut, solange der Weltrekord aber gebrochen ist, ist das Ziel sicherlich erreicht», so Caduff.

Yasmin Stamm
Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 15. Oktober 2022 20:37
aktualisiert: 15. Oktober 2022 20:40