Opec behält Erdöl-Förderlimit wohl bei

Die OPEC wird die Ölförderung wohl auch in Zukunft bewusst drosseln. (Archivbild)
Die OPEC wird die Ölförderung wohl auch in Zukunft bewusst drosseln. (Archivbild) © KEYSTONE/AP/ERIC GAY
Das Ölkartell Opec und die mit ihm kooperierenden Staaten werden wohl auch weiterhin ihre Produktion beschränken. Für die Konsumenten wird es dadurch vermutlich teurer.

Mehrere Vertreter von Opec-Mitgliedern sprachen sich am Montag in Wien dafür aus, die bereits bestehenden Produktionslimits auch in den kommenden Monaten anzuwenden.

Wahrscheinlich ist eine Verlängerung um neun Monate. Weil Saudi-Arabien und Russland laut dem russischen Präsidenten Wladimir Putin am Wochenende schon eine entsprechende Übereinkunft beim G20-Gipfel im japanischen Osaka erreicht hatten, dürften auch die kooperierenden Staaten mitziehen. Die sogenannte “Opec+”-Runde trifft sich am Dienstag in Wien.

Die Verlängerung der Produktionslimits dürften Konsumenten an steigenden Preisen beim Heizöl- und Benzin-Kauf spüren. Für das zweite Halbjahr 2019 zeichne sich ein unterversorgter Markt ab, schrieben die Analysten der Commerzbank am Montag. «Dies dürfte den Ölpreisen Auftrieb geben, so dass wir am Jahresende einen Brentölpreis von 70 US-Dollar je Barrel erwarten.» Ein Barrel entspricht 159 Litern. Schon am Montag legten die Ölpreis kräftig zu, die Nordseesorte Brent kostete gegen Mittag 66,39 US-Dollar.

Im Dezember hatten sich die “Opec+”-Staaten nach langen Verhandlungen darauf verständigt, 1,2 Millionen Barrel (159 Liter) Öl pro Tag weniger als im Oktober 2018 aus dem Boden zu pumpen. Dabei entfallen 800’000 Barrel auf die Opec-Staaten, die restlichen 400’000 Barrel auf die zehn anderen kooperierenden Länder. Die Kürzung wurde in den vergangenen Monaten nach Angaben der Internationalen Energieagentur (IEA) in Paris sogar übererfüllt. Die Opec-Staaten Iran, Venezuela und Libyen sind von dem Deal ausgenommen.

Vor allem für Saudi-Arabien ist es wichtig, dass der Ölpreis weiter steigt. Laut einer Berechnung des Internationalen Währungsfonds benötigt Saudi-Arabien einen Ölpreis von etwa 85 US-Dollar pro Barrel für einen ausgeglichenen Staatshaushalt. Riad hat zuletzt seine Ölförderung deutlich stärker gekürzt, als es mit Blick auf die Absprachen nötig gewesen wäre.

Die 14 Opec-Staaten pumpen gemeinsam rund ein Drittel des gesamten Ölangebots aus dem Boden, die 24 “Opec+”-Staaten gemeinsam fast die Hälfte. Insgesamt liegt das Ölangebot bei rund 99 Millionen Barrel Öl pro Tag, während die Nachfrage laut der IEA für 2019 im Schnitt bei 100,4 Millionen Barrel pro Tag liegt.

(SDA)


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