Bahnhof Wil

600 neue Veloplätze und das Revival des stillgelegten Posttunnels

15. Februar 2021, 14:34 Uhr
Der Bahnhof in Wil soll einen neuen Anstrich bekommen. Parallel zum Ausbau des Bahnhofs durch die SBB will die Stadt Wil mit drei Projekten beste Voraussetzungen für die Entwicklung des Zentrums schaffen. Die Projekte liegen nun beim Stadtparlament.

«Mit diesen schönen Bildchen allein ist es noch nicht getan, wir brauchen auch noch Geld dazu», sagt Ursula Egli, Stadträtin von Wil und Vorsteherin des Departements Bau, Umwelt und Verkehr in der ersten Online-Medienkonferenz, die die Stadt jemals abgehalten hat. Drei Projekte sind künftig geplant.

Über 600 Veloabstellplätze

«Die bestehenden 433 Velo- und 21 Motorradabstellplätze auf dem heutigen Landhausareal müssen abgebrochen werden», schreibt die Stadt in ihrem Antrag an das Parlament. Der Nutzungsvertrag mit der Stadt wurde per Ende 2021 fristgerecht gekündigt. Mit dem Sondernutzungsplan «Untere Bahnhofstrasse 1-11» sichere sich die Stadt die Möglichkeit, am gleichen Ort Ersatz zu schaffen.

Das vorliegende Projekt sieht die Erstellung und den Betrieb von rund 600 Velo- und 21 Motorradparkplätzen vor. Bis 2025 soll das Projekt vollendet sein. Das Gesuch für das Bauprojekt soll bis Ende März eingereicht werden, die Arbeiten sollen im vierten Quartal 2021 beginnen.

Stillgelegter Posttunnel soll Revival erleben

Um auch in Zukunft dem Veloverkehr unter den Geleisen freie Fahrt zu geben, ist geplant, den ehemaligen Posttunnel wieder zu nutzen. «Der Zielzustand der Stadtquerung Mitte kann erst in circa 25 bis 40 Jahren gemeinsam mit den SBB realisiert werden, sobald diese die Personenunterführung Ost am Ende deren Lebensdauer ersetzen», heisst es auf der Webseite der Stadt.

Die einzige Möglichkeit, Velofahrerinnen und Velofahrern in der Zwischenzeit einen Durchgang zu ermöglichen, besteht im Umbau des stillgelegten Posttunnels. Um diesen umnutzen zu können, müsse von Norden und Süden her je ein Zugang gebaut, respektive umgebaut, werden.

Barrierefreier Bahnhof Wil in Planung

Reisende mit eingeschränkter Mobilität sollen die Dienstleistungen am Bahnhof Wil nutzen und sich möglichst selbständig und barrierefrei fortbewegen können. «Dies dient beeinträchtigten Menschen, aber auch Reisenden mit Kinderwagen oder Gepäck», schreibt die Stadt. Dank des Ausbaus im Rahmen des SBB-Generationenprojekts kann der Bahnhof Wil ab voraussichtlich Mitte 2023 durchgängig stufenfrei genutzt werden.

Zudem können in Zukunft längere Fernverkehrszüge in Wil halten, wodurch in den Zügen mehr Sitzplätze zur Verfügung stehen. Die Kosten für das Projekt betragen rund 40 Millionen Franken und werden über das Programm «Zukünftige Entwicklung Bahninfrastruktur (ZEB)» des Bundes finanziert.

«Wil Vivendo» soll über sechs Millionen Franken kosten

Über sechs Millionen Franken will die Stadt für die Aufwertung des Bahnhofs Wil in die Hand nehmen. Unter dem klingenden Namen «Wil Vivendo» plant die Stadt die drei Projekte, über die das Stadtparlament dereinst beraten soll. Bereits vor einigen Monaten hat der Stadtrat zudem die Vorlage «Aufwertung Stadtraum Bahnhof Wil» verabschiedet.

«Der Bahnhof Wil wird barrierefrei und ab 2023 sollen längere Züge halten», heisst es in der Mitteilung. Die Stadt wolle vom Schwung des Generationenprojektes der SBB profitieren und stimme daher ihre Projekte mit der Bahn eng ab. Deshalb werde heute in die Projektierung investiert, um «in einem Umsetzungszeitraum von 10 bis 20 Jahren die notwendige Basis für die zukünftige Stadtentwicklung zu schaffen.»

Die drei Vorlagen im Detail:

(red.)

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 15. Februar 2021 14:40
aktualisiert: 15. Februar 2021 14:34