Aadorfer Schüler kritisieren «20 Minuten»

Fabienne Engbers, 21. Februar 2019, 09:04 Uhr
An der Sekundarschule Aadorf wurden Drohbriefe verschickt.
An der Sekundarschule Aadorf wurden Drohbriefe verschickt.
© Tagblatt/Reto Martin
Nach den Todesdrohungen an der Aadorfer Sekundarschule werfen die Schüler der Gratiszeitung «20 Minuten» überrissene Berichterstattung vor. Sie sei teilweise nicht wahrheitsgetreu gewesen, schreiben sie in einem offenen Brief.

Vergangene Woche war ein Bild der Sek in Aadorf in der gesamten Deutschschweiz in fast allen Medien zu sehen, auch FM1Today berichtete über die Todesdrohungen, welche die Sekundarschüler von Mitschülern oder Mitschülerinnen erhalten haben. Eine Woche später befasst sich die Schule weiter mit dem Thema und auch mit der Arbeit von Journalisten. An jener von «20 Minuten» stossen sich die Schüler.

Schule vom Rummel überrascht

Letzte Woche musste die Schulpräsidentin von Aadorf, Astrid Keller, Journalisten vom Gelände der Schule wegweisen. «Sie hätten sicher die Kinder ausgefragt, wenn wir das nicht getan hätten», sagt sie gegenüber dem Tagblatt. Trotzdem hat sie Verständnis für die Medienschaffenden.

Schüler schreiben Brief an «20 Minuten»

Auch die Schüler der Sek Aadorf haben sich mit der Arbeit der Journalistinnen und Journalisten befasst. Eine Klasse hat der Redaktion von «20 Minuten» einen offenen Brief geschrieben. «Die Schüler fühlten sich falsch verstanden und haben sich gewehrt», sagt Astrid Keller zum Tagblatt.

Vor allem übertriebene Formulierungen werden von der Klasse kritisiert. Dass der Umgang an der Sek Aadorf «ruppig und gemein» sei und dass «regelmässig Drogen konsumiert» würden, bezeichnen die Schüler in ihrem Brief als frech und übertrieben.

«Ihre übertriebenen Formulierungen und aufgeblasenen Schlagzeilen helfen uns nicht. Wir bitten Sie, sachlicher zu berichten, da Sie sonst unser Umfeld verängstigen», schreiben die Schüler laut dem Tagblatt weiter.

Im Falle der Drohbriefe ermittelt die Polizei gemäss Tagblatt noch, es gebe momentan keine eindeutigen Hinweise auf Täter.

Fabienne Engbers
Quelle: enf
veröffentlicht: 21. Februar 2019 07:06
aktualisiert: 21. Februar 2019 09:04