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Tierschutz Rankweil

Abgebrannt und bestohlen: «Miezhaus» muss geräumt werden

Sandro Zulian, 29. Juli 2021, 05:33 Uhr
In einem abgebrannten Gebäude im vorarlbergischen Gisingen bei Feldkirch leben viele streunende Katzen. Der Tierschutzverein Rankweil kümmert sich um die verwahrlosten Tiere – und wird dabei dreist bestohlen.
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Quelle: FM1Today

Es wäre eine herzige Geschichte, wenn sie nur nicht so tragisch wäre. Im Feldkircher Stadtteil Gisingen haben etliche verwilderte Hauskatzen in einem abgebrannten Haus eine neue Bleibe gefunden. Doch den Tieren geht es nicht gut.

«Wir wurden vor einigen Wochen darüber informiert, dass sich in diesem abgebrannten Haus viele Streunerkatzen angesiedelt haben», sagt Michaela Bonmassar, Obfrau des Tierschutzes Rankweil. Sie geht davon aus, dass in dem Haus ungefähr 20 Katzen eingezogen sind. Darüber hinaus hätten sich in dem Haus bereits mehrere Wildkatzenbabys im Alter zwischen fünf und zehn Wochen aufgehalten.

Vereiterte Augen und Ohrenentzündungen bei Katzenbabys

«Der Tierschutzverein Rankweil hat daraufhin Fallen aufgestellt, um die Tiere einzufangen und tierärztlich untersuchen zu lassen», so Bonmassar. Einige der Jungtiere litten bereits unter Krankheiten, insbesondere grassierte der Katzenschnupfen und die Tiere hatten vereiterte Augen und Ohrenentzündungen. Durch die schlechte Haltung und wenig Futter seien sie auch abgemagert gewesen. Sämtliche Jungtiere wurden eingesammelt und sind aktuell in Pflegestellen untergebracht – sie werden in naher Zukunft vermittelt. Bei den erwachsenen Wildkatzen habe man die Zähne behandeln lassen und sie kastriert.

Dreiste Diebe klauen Katzenfallen

«Leider hat man uns die Katzenfallen eines Tages gestohlen», sagt Bonmassar, hörbar enttäuscht. «Für einige mag es nicht viel Geld sein, aber so eine Katzenfalle kostet zwischen 80 und 120 Euro.» Der Verein, der sich selber finanziell stemmen muss, hatte daher keine Wahl, als neue Fallen anzuschaffen. «Darum gab es auch einen leichten Stopp beim Einfangen der Tiere in Gisingen», sagt Bonmassar. Mit zwei ausgeliehenen und zwei neu bestellten Fallen könne das Einfangen der verwilderten Tiere aber bald weitergehen.

«Ich hoffe einfach nicht, dass die gestohlenen Fallen dazu benutzt werden, um selbst Tiere einzufangen und diese dann zu quälen. Das ist meine grösste Angst.»

Aussetzungen sind Grund für Verwilderung

Zu 90 Prozent handelt es sich laut Bonmassar hierbei um Hauskatzen, die ausgesetzt oder zurückgelassen wurden. So gebe es Menschen, die ihr Büsi vor den Ferien oder aufgrund von Überforderung aussetzen, andere liessen ihre Katze zurück, wenn sie umziehen. «Im Fall Gisingen sind es aber mehrheitlich Katzen zweiter oder dritter Generation, welche man auch nicht mehr zähmen kann.»

Sie deswegen einzusperren, wäre Tierquälerei. «Wir behandeln sie tierärztlich und kastrieren sie, sodass sie sich nicht weiter vermehren können.» Bonmassars Appell an die Bevölkerung: «Wir wären wirklich froh, wenn die Leute die Kastration ernst nehmen würden – sodass wenigstens die eigenen Katzen sich nicht weiterverbreiten können.»

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 29. Juli 2021 05:33
aktualisiert: 29. Juli 2021 05:33