Achtung Schulanfang - darauf musst du achten

Christoph Thurnherr, 10. August 2019, 12:04 Uhr
KEYSTONE/Pablo Gianinazzi
© Eine Gruppe von Schülern überquert eine Strasse unter Aufsicht einer erwachsenen Person.
Am Montag beginnt in den meisten Kantonen im FM1-Land das neue Schuljahr. Dann sind wieder mehr Kinder auf der Strasse unterwegs und die Kleinsten haben noch wenig Erfahrung mit dem Strassenverkehr. Als Vorbilder sind dabei nicht nur die Eltern gefragt.

Schon von weitem kann man sie erkennen, die Gelb- und Orangefarbenen Leuchtstreifen und Westen der Kindergärtner und Unterstufenschüler. Das ist auch gut so. Die jüngsten unter ihnen gehen den Schulweg vielleicht zum ersten Mal, zudem verhalten sich die Schüler - gerade in der Gruppe - manchmal unvorhersehbar.

Laut Bundesamt für Statistik passieren im Schweizer Strassenverkehr pro Jahr rund 1'000 Verkehrsunfälle mit Kindern, 40 Prozent davon auf dem Schulweg.

Rad steht, Kind geht

Die Polizei beginnt schon im Kindergarten damit, die Kinder an den Strassenverkehr heranzuführen und das richtige Verhalten zu lernen. Den Kindern wird dabei nicht nur das altbekannte «warte, luege, lose laufe» eingebläut, sondern auch: «Rad steht, Kind geht». Alle Verkehrsteilnehmer sind dazu aufgerufen, vor Fussgängerstreifen vollständig anzuhalten. In der Nähe von Schulen sollte das Tempo zusätzlich reduziert und mit allem gerechnet werden.

Vorbildfunktion nicht nur für Eltern

Kindern fällt es schwer, Gefahren und Geschwindigkeiten richtig einzuschätzen. Trotzdem beobachten sie gerade die Erwachsenen sehr genau und imitieren sie. Deswegen sollten gefährliche Verhaltensweisen wie zum Beispiel das Überqueren der Strasse ohne Fussgängerstreifen in der Gegenwart von Kindern unbedingt unterlassen werden. Eltern wird empfohlen, den Schulweg mit ihren Kindern bereits vorgängig mehrmals abzuschreiten. So können Gefahren erkannt und mit dem Kind besprochen werden.

Elterntaxis vermeiden

Aus Angst vor Gefahren bestehen viele Eltern darauf, ihre Kinder mit dem Auto zur Schule zu bringen. Der Verkehrsclub Schweiz warnt vor dieser vermeintlichen Hilfe. Der Schulweg sei für die Kinder in vieler Hinsicht eine wichtige Erfahrung. Sie lernen mit dem Verkehr umzugehen und selbständig eine Herausforderung zu meistern. Ausserdem entstehe mit Elterntaxis ein Teufelskreis: Aus Sorge um die Sicherheit fahren Eltern ihre Kinder mit dem Auto zur Schule. Dadurch entstehe vor dem Schulhaus ein Verkehrschaos, es komme zu brenzligen Fahr- und Wendemanövern und es ereigneten sich Unfälle. In der Folge würden noch mehr Eltern aus Sorge um die Sicherheit ihrer Kinder das Auto nehmen und die Situation verschärfe sich zusätzlich.

Ausserdem gehe mit dem Schulweg auch ein sozialer Aspekt einher. Viele Kinder beschreiten den Schulweg zusammen und knüpfen Freundschaften. Das sie dabei manchmal herumtollen und sich unberechenbar verhalten gehört dazu. Es liegt in der Verantwortung von uns allen, den Schulweg der Kinder möglichst sicher zu machen.

Christoph Thurnherr
Quelle: thc
veröffentlicht: 10. August 2019 12:00
aktualisiert: 10. August 2019 12:04