Alpinkader rückt bereits wöchentlich aus

Fabienne Engbers, 28. Mai 2019, 11:12 Uhr
Das Alpinkader der Kantonspolizei St.Gallen übte die Koordination mit anderen Rettungsseilschaften.
Das Alpinkader der Kantonspolizei St.Gallen übte die Koordination mit anderen Rettungsseilschaften.
© Kapo SG
Ob Ski- oder Schlittelunfälle, abgestürzte Basejumper oder Skitourengänger, die von Lawinen verschüttet werden: Das Alpinkader der Kantonspolizei St.Gallen muss immer öfter ausrücken. Letzten Freitag übte das Team in Fels.

Einmal pro Woche geht bei der Kantonspolizei St.Gallen durchschnittlich ein Alarm ein. «Je nachdem, was oder wo etwas passiert, rücken verschiedenste Rettungsspezialisten und Sachverständige aus, darunter ist auch das Alpinkader der Kantonspolizei St.Gallen», sagt Florian Schneider, Mediensprecher der Kantonspolizei St.Gallen.

Ziel ist es, den Unfallhergang zu klären

Das Alpinkader ist verantwortlich für die Tatbestandaufnahme am Unfallort. «Oft werden wir von der Rega über einen Unfall in unserem Gebiet informiert», sagt Florain Schneider. Das alpine Kader hat nicht die Rettung der Verletzten zum Ziel, sondern ist lediglich zur Unfalldokumentation zuständig, um zu klären, ob es sich tatsächlich um einen Unfall und nicht um ein Delikt handelt. In Zusammenarbeit mit dem Kompetenzzentrum Forensik untersucht das Alpinkader dabei auch benutzte Gerätschaften oder Ausrüstungen der Verunfallten.

Instagram lockt Anfänger in die Berge

Dabei ist die Sportart, welche die Verunfallten ausüben, nebensächlich. Das zwölfköpfige Alpinkader rückt nicht nur bei Wander- und Kletterunfällen, sondern auch auf der Skipiste aus, bei Lawinen- und Basejumperunfällen und auch bei Vermisstensuchen oder Unfällen mit Seilbahnen aus.

2018 wurden im Kanton St.Gallen 14 Personen bei Ereignisse im Gebirge getötet, 13 wurden verletzt. «Allgemein ist eine Zunahme der Unfälle feststellbar», sagt Florian Schneider. Dies liegt auch daran, dass wegen der sozialen Medien immer mehr Anfänger in die Berge gehen, die sich teilweise überschätzen. Im laufenden Jahr wurde das Alpinkader bereits über 20 Mal aufgeboten.

In Mels übte das Alpinkader der Kantonspolizei St.Gallen den Ernstfall direkt am Berg. (Foto:Kapo SG)
In Mels übte das Alpinkader der Kantonspolizei St.Gallen den Ernstfall direkt am Berg. (Foto:Kapo SG)

Trainingstag zum Üben des Zusammenspiels

Daher ist es wichtig, dass das Alpinkader seine Arbeit regelmässig übt, auch in Koordination mit anderen Seilschaften, die bei einer Bergrettung beteiligt sind. Vergangenen Freitag hat das Team einen theoretischen Halbtag abgehalten. Dann wurde das Zusammenspiel mit unter anderen Rega, Alpiner Rettung Ostschweiz, Staatsanwaltschaft und Kantonaler Notrufzentrale beim «Tiergarten» in Plons praktisch geübt.

Fabienne Engbers
Quelle: Kapo SG/enf
veröffentlicht: 28. Mai 2019 11:12
aktualisiert: 28. Mai 2019 11:12