Rekord-Saisonstart

An solchen Tagen steht der Chef an der Bar

Linda Aeschlimann, 3. Januar 2020, 11:43 Uhr
Zehntausende Wintersportler bringen Skigebiete nach Neujahr ans Limit.
© Keystone
Spitzentage, wie selten, verbuchen die Skigebiete im FM1-Land. Zehntausende Wintersportler strömten in die Berge. An gewissen Orten musste sogar die Polizei mithelfen und an anderen Orten der Chef persönlich den Kafi-Lutz ausschenken.

«Schönes Wetter, viel Naturschnee und bei euch im Flachland Nebel. Dann kommen die Leute zu uns nach oben», sagt Peter Engler, CEO der Bergbahnen Lenzerheide. Dass «oben blau, unten grau» das Geheimrezept ist, habe man in Graubünden in den letzten Tag einmal mehr deutlich gespürt.

Der Chef strahlt aber nicht nur dank des Wetters. Auch der Blick in die Buchhaltung lässt das Geschäftsherz höher schlagen. Im Schnitt zählte die Region Arosa/Lenzerheide zwischen 24'000 und 26'000 Wintersportler pro Tag. «Was uns besonders freut, ist der Vergleich zum guten letzten Jahr. Gäste- und Umsatzmässig konnten wir nochmals rund zehn Prozent zulegen», sagt Engler.

Chef schmeisst die Après-Ski-Bar

Ins gleiche Horn blasen auch die anderen Skigebiete in der Ostschweiz und Graubünden. Auf Anfrage von FM1Today verbuchen die Skigebiete Spitzentage. Am Pizol zum Beispiel wird von Spitzentagen, wie man sie noch nie gehabt hat, gesprochen. «Wir haben über 20 Prozent mehr Umsatz als im Vorjahr», sagt Klaus Nussbaumer, CEO der Pizolbahnen.

Viele Gäste bedeuten aber auch Mehrarbeit und Improvisation. Am Pizol steht an solchen Tagen auch der Chef selbst an der Front: «Gestern habe ich an der Bar ausgeholfen und heute Morgen schon am Ticketautomaten.»

Polizei ist gefragt

Ans Limit kommen aber nicht nur die kleinen Skigebiete. Auf der Lenzerheide kämpft man an solchen Tagen mit dem Verkehr. Vor allem bei den Parkplätzen müsse man improvisieren, sagt CEO Peter Engler. «Wir haben mit der örtlichen Polizei geschaut, dass mal ein Auge zugedrückt wird. Dazu haben wir einige Parkfelder gekriegt, wo man eigentlich nicht parkieren darf.»

Von einer regelrechten Blechlawine überrollt wurden am Donnerstag auch die Flumserberge. Auch hier musste die Polizei schauen, dass es nicht zum grossen Chaos kommt.

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Quelle: TVO

12'000 Wintersportler an einem Tag sind ein Segen, aber auch ein «Lupf» für die Verantwortlichen: «Es braucht eine gute Organisation und ein gutes Zusammenspiel aller Mitarbeiter», sagt Katja Wildhaber, Marketingleiterin Bergbahnen Flumserberg. 

Eine kleine Verschnaufspause ist für die Skigebiet-Mitarbeiter und Chefs in Sicht. Zum einen sind die Weihnachtsferien bald vorüber und am Wochenende ist in den Bergen Schneefall angesagt.

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 3. Januar 2020 11:43
aktualisiert: 3. Januar 2020 11:43