Apfeldiebe verärgern Bauern

Leila Akbarzada, 29. August 2017, 06:00 Uhr
Es gibt immer wieder Spaziergänger oder Wanderer, die sich an Apfelbäumen am Wegrand bedienen (Symbolbild).
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Der Herbst kommt näher, und damit die Erntezeit für Obst- und Rebplantagen. Viele Spaziergänger oder Reiter fühlen sich eingeladen, sich an den Früchten zu bedienen. Das sorgt für grosse Wut bei betroffenen Bauern.

«Null Respekt vor Eigentum» titelt der wütende Bauer seine Wutrede auf Facebook. Es sei eine «verdammte Sauerei, dass man einfach an einen Apfelbaum hingeht der frühreif ist und davon Äpfel klaut».

 

Screenshot Facebook

Der Bauer besitzt ein offenes Feld bei Hinwil (ZH). «In solchen Fällen kann die ‹Stibizerei› schon ein Problem werden. Bei Plantagen hingegen, die eingezäunt sind - wie es bei mir der Fall ist - kommt das sehr selten vor», sagt Ralph Gilg, Präsident des Thurgauer Obstverbandes. Es sei jedoch ein Thema bei den Bauern. «Es gibt Leute, die bedienen sich einfach», weiss er. Wie viel den Bauern aber auf diese Weise wegkomme, sei sehr schwierig zu sagen. «Dass Bauern durch klauende Passanten eine grosse Menge Ernte entgeht, ist mir nicht bekannt.»

Missbrauch trotz grosszügiger Geste

Er hat selber solche Erfahrungen gemacht. «Ich lade die Menschen ein, nach der Zwiebelernte noch die Reste aus der Erde zu holen. Es gibt Leute, die vorher schon auf das Feld gehen und sich grosszügig bedienen», sagt Gilg. Er suche das Gespräch mit solchen Personen, wenn er sie gerade erwische. «Ich weiss nicht, warum man so etwas macht», sagt er. Es komme aber zum Glück sehr selten vor. «Das sind Einzelfälle.»

Diebstahl, der schwer zu ahnden ist

Im Grunde ist es Diebstahl, das bestätigt die Kantonspolizei Thurgau. «Wenn der Wert des Deliktsguts unter 300 Franken liegt, handelt es sich um einen geringfügigen Diebstahl», sagt Mario Christen von der Kantonspolizei Thurgau. «Es handelt sich um ein Antragsdelikt: Der Bauer muss einen Strafantrag stellen, damit die Kantonspolizei Thurgau Ermittlungen einleiten kann. Falls eine Täterschaft ermittelt wird, erfolgt eine Rapportierung an die Staatsanwaltschaft. In einem solchen Fall würde der Täter mit einer Busse bestraft.», so Christen.

Keine Meldungen

Es sei jedoch schwierig, solche Fälle zu lösen. «Wenn der Täter nicht gerade in flagranti erwischt wird, ist es fast unmöglich, die Täterschaft zu ermitteln», sagt Christen. Offenbar kommt es jedoch nicht oft vor, dass in grossen Mengen geklaut wird: Bei der Kantonspolizei Thurgau beispielsweise ist kein einziger Fall bekannt.

(lak)

 

Leila Akbarzada
veröffentlicht: 29. August 2017 06:00
aktualisiert: 29. August 2017 06:00