Dokfilm

Chinesin entdeckt im Appenzellerland das Heimweh

Marc Sieger, 31. Oktober 2019, 08:19 Uhr
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Quelle: TVO

Sie dachte, sie könne überall auf der Welt leben, doch dann fand die Chinesin Yu Hao ihre Heimat in Urnäsch. Über das Appenzellerland, was es ihr bedeutet und wieso sie als Chinesin dorthin gehört, darüber hat sie nun einen Film gedreht.

«Ich habe mich immer als Weltbürgerin gesehen, dachte, ich könne überall auf der Welt leben und habe das Wort Heimweh nicht gekannt. Erst als ich das Appenzellerland für eine Reise verlassen habe, habe ich es kennengelernt.» Yu Hao ist Chinesin. Seit 15 Jahren lebt sie in Urnäsch.

8000 Kilometer vom Geburtsort entfernt eine Heimat gefunden

Das Appenzellerland ist der 42-Jährigen ans Herz gewachsen – so sehr, dass sie einen Film darüber gedreht hat. In diesem ist sie Erzählerin, Filmerin und Protagonistin zugleich. Der Film handelt von der Suche nach Heimat, der Sehnsucht nach Zugehörigkeit und von dem Gefühl, ein Zuhause gefunden zu haben – 8000 Kilometer von der eigentlichen Heimat entfernt. 

«Fühle mich hier so geborgen wie sonst nirgends»

Yu Hao kommt aus Peking. Dort hat sie als Reporterin für einen Fernsehsender gearbeitet. In Peking hat sie ihren Ehemann kennengelernt – einen Appenzeller. Schon bei ihrem ersten Besuch in Urnäsch habe sie gewusst, ins Appenzellerland gehöre sie hin, wie sie gegenüber TVO sagt. «Mir gefällt das Brauchtum, die Natur und der Umgang der Menschen miteinander. Ich spüre hier eine Geborgenheit, die ich sonst nirgends auf der Welt verspüre.»

Weil sie zu Beginn der Sprache nicht mächtig war, begann die ehemalige Reporterin alles zu filmen, was ihr vor die Linse kam. Dann fasste sie den Entschluss, einen Film zu drehen. 

Appenzeller Brauchtum und Chinesischer Filmstil 

Zu sehen sind in «Plötzlich Heimweh» Begegnungen mit Menschen, das Appenzeller Brauchtum und die pittoreske Landschaft – und mittendrin Yu Hao. Sie gewährt teils sehr persönliche Einblicke, zum Beispiel, wenn sie im Kloster Leiden Christi in Jakobsbad Abschied nimmt von ihrer Mutter, die im 8000 Kilometer entfernten China gestorben ist. 

Mehrere Jahre haben die Dreharbeiten gedauert. Gekostet haben sie eine halbe Million Franken – finanziert durch Stiftungen, die Kantone beider Appenzell und aus dem eigenen Portemonnaie von Yu Hao und ihrem Ehemann. Für einige Aufnahmen liess Yu Hao gar einen Kameramann aus Peking kommen – «wegen des chinesischen Filmstils», wie Yu Hao sagt. 

Nun kommt der Film in die Kinos. Am 28. November feiert «Plötzlich Heimweh» in der Lokremise in St.Gallen Premiere.

Die TVO-Doku mit Vor- und Nachbesprechung: 

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Quelle: TVO

(mas)

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 31. Oktober 2019 05:48
aktualisiert: 31. Oktober 2019 08:19