Säntis

«Dieser Unfall zeigt, wie schnell es passieren kann»

1. März 2021, 15:14 Uhr
Rechts vom Säntis sieht man den Girenspitz, auf dieser Tour verstarb am Samstag ein 27-jähriger Bergsteiger.
© FM1Today
Ein 27-Jähriger ist am Samstag auf einer Bergtour am Säntis tödlich verunglückt. Der Mann war ein erfahrener Bergsteiger und die Bedingungen für die Tour gut. Der Unfall löst grosse Betroffenheit aus, auch bei Profialpinist Michi Wohlleben, der die Tour sehr gut kennt.

Die Säntisnordwand gehört zu den anspruchsvolleren Bergrouten im Alpsteingebiet. Am Samstagmorgen ist dort ein 27-jähriger Bergsteiger ausgerutscht und tödlich über eine Schneeflanke gestürzt. Der Unfall löst Betroffenheit aus. «Der Bergsteiger war sehr erfahren und auch seine 22-jährige Begleiterin. Beide waren gut ausgerüstet und trotzdem ist das Unglück geschehen», sagte Marcel Wehrli, Sprecher der Kantonspolizei Appenzell.

Die Chammhalden-Route zum Säntis mit einem sehr hohen Schwierigkeitsgrad wird regelmässig begangen, allerdings nur von sehr erfahrenen Bergsteigern oder Profis. So wie zum Beispiel Michi Wohlleben (30), Profialpinist und Bergführer, der erst gerade auf dieser Route unterwegs war.  Auch bei ihm löst der Unfall Betroffenheit aus: «Es tut mir unglaublich leid und ich wünsche den Angehörigen viel Kraft», schreibt er auf Facebook.

Alpinist und Bergführer Michi Wohlleben

© TVO

Auf Anfrage von FM1Today schätzt er die Tour so ein: «Eine grosse, schwierige, exponierte Bergtour, die grosse Erfahrung benötigt, mit all ihren Gefahren. Die Bedingungen am Samstagmorgen waren verhältnismässig gut. Die Lawinen- und Steinschlaggefahr war gering.»

Wohlleben kannte den 27-jährigen Thurgauer nicht: «Trotzdem löst ein solcher Unfall Schwere in mir aus und bedrückt mich sehr. Es zeigt wieder, wie schnell etwas passieren kann. Auch den besten Bergsteigern passiert es, dass sie diesen einen falschen Schritt machen.»

(agm)

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 1. März 2021 18:30
aktualisiert: 1. März 2021 15:14