Corona-Update

Dritter Todesfall in Ausserrhoden – 600 Freiwillige wollen in Spitälern helfen

2. April 2020, 12:10 Uhr
Covid-19-Zentrum in Appenzell Ausserrhoden: das Spital Herisau.
© St.Galler Tagblatt/Michel Canonica
Wie geht es mit den Schülern weiter und kommen die Spitäler schon an ihre Grenzen? Unter anderem diese Fragen hat die Ausserrhoder Regierung am Donnerstag an einer weiteren Coronavirus-Medienkonferenz beantwortet.

«Das Schuljahr wird nicht verlängert, die Ferien werden nicht für den Unterricht benutzt», sagt Alfred Stricker, Landammann von Appenzell Ausserrhoden, während der Medienkonferenz und bezieht sich auf eine aktuelle Mitteilung der schweizerischen Bildungsdirektorenkonferenz. Im Zeugnis werde allerdings vermerkt, dass während der Epidemie Covid-19 kein Präsenzunterricht stattgefunden habe. Das laufende Schuljahr werde in allen Schweizer Kantonen als vollwertiges behandelt – unabhängig von der aktuellen Situation im Fernunterricht und von weiteren Beschlüssen des Bundesrates.

Plattform für Austausch an Volksschulen

In Appenzell Ausserrhoden habe man gute Erfahrungen mit dem Fernunterricht gemacht, sagt Stricker. Gewisse Risiken würden aber bestehen. Soziale Ansprüche seien höher, die richtigen Programme würden teilweise fehlen. «Im Bereich Volksschule haben wir eine Plattform für einen regelmässigen Austausch eingerichtet», sagt Alfred Stricker. So könnten Unsicherheiten des Alltags ausgeräumt werden. 

Lehrabschlussprüfungen wenn möglich durchführen

Betreffend der anstehenden Lehrabschlussprüfungen nehme der Kanton eine klare Haltung ein: «Wenn immer möglich, wollen wir diese durchführen», sagt der Landammann. Mit Polymechanikern habe man bereits eine Online-Prüfungssimulation erfolgreich getestet. Allerdings müsse auch dort der Entscheid der schweizerischen Bildungsdirektorenkonferenz abgewartet werden.

Über 600 Freiwillige

Für die Ausserrhoder Spitäler ist die Situation aktuell gut zu stemmen. Auch, weil sich zahlreiche Freiwillige gemeldet haben: «Über 600 Personen wollen in den Spitälern helfen», sagt Regierungsrat Yves Noël Balmer. «Ich bin stolz auf die Appenzeller Bevölkerung.» Die Mehrheit der Freiwilligen werde im Gesundheitsbereich eingesetzt. 140 Leute konnten bisher ausgebildet werden. Die Ausbildungen werden unter Einhaltung der Hygienemassnahmen durchgeführt.

Dritter Todesfall

Aktuell sind in Appenzell Ausserrhoden acht Corona-Patienten hospitalisiert, drei davon auf der Intensivstation, zwei an Beatmungsgeräten. «Gestern mussten wir einen dritten Todesfall verzeichnen», sagt Kantonsärztin Franziska Kluschke. Die Zahl der Neuinfektionen habe sich stabilisiert. Das sei auf das Verhalten der Bevölkerung zurückzuführen.

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Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 2. April 2020 10:54
aktualisiert: 2. April 2020 12:10