Ein bunter Safari-Bus für die Fasnacht

Stefanie Rohner, 1. März 2019, 14:46 Uhr
Fasnachtsumzüge sind bunt und Guggen geben alles, um aufzufallen. Die Guggenmusik Ried-Chlepfer aus Appenzell hat sich für den Umzug etwas Besonderes einfallen lassen: Street-Art und Fasnacht.

Der Geruch von Farbe liegt in der Luft, die Dosen klackern. Drei Graffiti-Künstler aus der Ostschweiz sind damit beschäftigt, den alten Bus der Guggenmusik Ried-Chlepfer in ein fahrendes Kunstwerk zu verwandeln.

Denn der Bus soll am Fasnachtsumzug vom 2. März in Appenzell Innerrhoden alle Blicke auf sich ziehen. Es ist ein alter Saurer-Bus, der durch einen Mechaniker geprüft werden musste, damit die Ried-Chlepfer damit am Umzug überhaupt teilnehmen dürfen.

«Safari in Afrika»

«Wir haben im Spass gesagt, dass wir für den Umzug gerne mal einen richtigen Bus hätten. Schliesslich haben wir einen gefunden», sagt Robert von der Guggenmusik Ried-Chlepfer.

Relativ günstig, für unter 2000 Franken, konnte die Gruppe den Bus schliesslich ihr Eigen nennen. Nun mussten sie nur noch jemanden finden, der das diesjährige Motto auch künstlerisch umsetzen konnte.

Die Ried-Chlepfer haben sich für das Motto «Safari in Afrika» entschieden – der Bus ist dementsprechend knallig und fällt ins Auge. Die drei Sprayer, die den Bus in Szene setzen, sind Ostschweizer. «Über Facebook haben wir nach Leuten gesucht, die unseren Bus bemalen wollen. Wir freuen uns sehr, dass das mit den dreien geklappt hat», sagt Robert.

«So eine Möglichkeit gibt es nicht oft»

Während rund zehn Stunden waren die drei Sprayer konzentriert bei der Arbeit – und hatten sichtlich Spass daran. «Für uns ist es mega cool, einen so grossen Bus bemalen zu können. So eine Möglichkeit gibt es nicht oft», sagt einer der Sprayer, dessen Künstlername «Ivandfrei» ist.

Seit vier Jahren malt er intensiv mit Spraydosen, zuvor hat er vor allem Skizzenbücher gefüllt. Solche legalen Projekte gibt es immer mehr, auch durch offizielle Stellen. «Auch Schulen greifen immer wieder auf Graffiti-Künstler zurück», sagt er.

Eine Bar und die Bühne auf dem Dach

Im Innenraum des Busses gibt es zudem noch eine Bar, damit die Ried-Chlepfer während des Umzuges nicht auf dem Trockenen sitzen. Und sie haben sich noch etwas Spezielles ausgedacht: Auf dem Busdach wird eine Bühne montiert.

Die Bar haben die Mitglieder der Gugge selbst eingebaut. Unter ihnen sind viele Handwerker, Spengler, Metallbauer und Elektriker.

Die Besucherinnen und Besucher des Umzuges in Appenzell dürfen sich also auf einen bunten Auftritt der Ried-Chlepfer freuen. Und natürlich auf ein kühles Bier in der Bar des Busses.

Wer das Spektakel morgen Samstsag verpasst, kann sich nach dem Umzug auf der Website der Ried-Chlepfer die Bilder anschauen.

Stefanie Rohner
Quelle: str
veröffentlicht: 1. März 2019 09:45
aktualisiert: 1. März 2019 14:46