Rote Zahlen

Fast 7 Millionen minus: Ausserrhoder Spitäler schreiben erneut grosses Defizit

18. März 2022, 15:51 Uhr
Der Spitalverbund Appenzell Ausserrhoden (SVAR) weist für 2021 ein Defizit von 6.9 Millionen Franken aus. Obwohl das Ergebnis gegenüber dem Vorjahr um 300'000 Franken besser ausfiel, wurde das finanzielle Ziel verfehlt, wie das Unternehmen am Freitag mitteilte.
Der Ausserrhoder Spitalverbund fokussiert sich auf den Standort Herisau mit dem Akutspital und der Psychiatrie. Das Spital Heiden wurde Ende 2021 aus finanziellen Gründen geschlossen. (Archivbild)
© KEYSTONE/GIAN EHRENZELLER

Der Spitalverbund Appenzell Ausserrhoden steht seit Jahren unter grossem Kostendruck und schreibt seit 2015 rote Zahlen. Wegen der Pandemie sind weitere finanzielle Verluste entstanden.

Das betriebswirtschaftliche Ziel einer ausgeglichenen Rechnung wurde bei weitem verfehlt. Bereits die Rechnung 2020 schloss mit einem Minus von 7,2 Millionen Franken ab – trotz eines Beitrags von 6,5 Millionen Franken an coronabedingte Mehrkosten und Ertragsausfälle durch den Kanton.

Spital Heiden musste schliessen

Das vergangene Jahr stand im Zeichen der Corona-Pandemie und der Schliessung des Spitals Heiden. Der stationäre Betrieb in Heiden wurde bereits Ende Juli eingestellt. Der Grund war die Personalsituation: Ein Teil der 130 Mitarbeitenden hatte bereits eine neue Stelle gefunden.

Im Zuge der Bewältigung dieser Ereignisse seien dem SVAR finanzielle Verluste entstanden, wie es in der Mitteilung weiter heisst. Der Spitalverbund erwirtschaftete im letzten Jahr einen Umsatz von 106,5 Millionen Franken. Dies entspricht einem Rückgang von rund 6,9 Millionen Franken gegenüber dem Vorjahr.

Tiefe Auslastung in den Spitälern

Die Corona-Pandemie habe insbesondere zu Beginn des Jahres zu einer tiefen Auslastung und entsprechender unterdurchschnittlichen Ertragsentwicklung der Spitäler in Herisau und Heiden geführt.

Mit der Schliessung des stationären Bereichs in Heiden und dem stetigen Rückgang der ambulanten Fallzahlen bis Ende Jahr, fiel auch der Umsatz aus dem Spital kontinuierlich weg. Die Kosten gingen nicht im gleichen Ausmass zurück, da Ressourcen wie Personal, Gerätschaften, Infrastruktur erst Ende 2021 vollumfänglich aufgelöst werden konnten.

Ebenfalls zum Umsatzrückgang beigetragen habe die in der ersten Jahreshälfte «turbulente Situation» im Psychiatrischen Zentrum in Herisau. Aufgrund von Personalausfällen hätten vorübergehend Betten geschlossen werden müssen, was das Ertragspotential geschmälert habe. Diese Umsatzverluste konnten bis Ende Jahr nicht mehr vollumfänglich aufgeholt werden.

Seit Anfang 2022 konzentriert sich der SVAR auf das Akutspital und die Psychiatrie am Standort Herisau. Ziel ist es, mittelfristig wieder positive finanzielle Ergebnisse zu erwirtschaften.

(sda/red.)

Quelle: sda
veröffentlicht: 18. März 2022 15:50
aktualisiert: 18. März 2022 15:51
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