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Grosser Rat stimmt Spital-Neubau zu

Laurien Gschwend, 6. Februar 2018, 08:22 Uhr
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Das 41-Millionen-Spitalprojekt kommt vor die Landsgemeinde: Der Innerrhoder Grosse Rat hat dem Kredit am Montag in zweiter Lesung mit 37 zu 10 Stimmen zugestimmt.

Das heutige Spital in Appenzell soll einem ambulanten Versorgungszentrum inklusive kleiner stationärer Abteilung (maximal 26 Betten) mit Notaufnahme und Rettungsdienst weichen. Das neue Spital wird wie das bisherige mit einem Beleg- und Konsiliararztsystem geführt.

Im vergangenen Herbst überwies die Standeskommission dem Grossen Rat die Kreditvorlage von 41 Millionen Franken. Im Parlament wurde am Montag eine hitzige Debatte geführt. So findet der parteilose Grossrat Christoph Keller: «Es braucht nicht unbedingt ein Spital, sondern eine bessere Lösung.» Doch die Befürworter setzten sich durch. «Die Bürger bekommen ein neues, zukunftsorientiertes Spital, das eine gute Gesundheitsversorgung vor Ort gewährleistet», sagt Statthalterin Antonia Fässler (CVP). Das letzte Wort hat am 29. April die Landsgemeinde.

Neubau ist günstiger

Die 41 Millionen Franken, die aus dem Eigenkapital des Kantons bezahlt werden, teilen sich auf in 37,2 Millionen Baukosten und 3,8 Millionen Einrichtung und medizinische Apparate. Die Variante Neubau sei wegen der hohen Betriebs- und Heizkosten bei einer Totalsanierung der bisherigen Räumlichkeiten günstiger, erklärt der Kanton.

«Wollen nicht in St.Gallen sterben»

Die Meinung der Appenzellerinnen und Appenzeller ist wegen der Kredithöhe gespalten, wie eine TVO-Umfrage vom Dezember zeigt. «Es ist sicher kostenintensiv, aber wir brauchen ein Spital. Wir Appenzeller gehen lieber in Appenzell sterben und nicht in Herisau oder St.Gallen. Wir sind mit der Heimat verwurzelt», sagt Toni Caviezel. Anderen reicht das alte Spital aus, wie etwa Sepp Reichmuth meint: «Ich wurde dort bestens behandelt und es hatte ganz viele leere Zimmer. Es ist nicht unbedingt nötig, ein neues Gesundheitszentrum zu bauen.»

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Schon in den vergangenen Jahren wurde diskutiert, ob Appenzell überhaupt ein eigenes Spital braucht. Seit 2012 ist die Geburtenabteilung geschlossen; zwei Drittel der Patienten im akutmedizinischen Bereich gehen für ihre Behandlungen gemäss «SRF» nach St.Gallen oder Appenzell Ausserrhoden.

Laurien Gschwend
Quelle: red.
veröffentlicht: 5. Februar 2018 17:00
aktualisiert: 6. Februar 2018 08:22