Handyverbot in Ostschweizer Bädern

Lara Abderhalden, 18. Februar 2019, 13:35 Uhr
Infinity Pools, bei denen das Wasser mit dem Horizont zu verschmelzen scheint, sind beliebte Sujets auf Social Media. Allein unter dem Hashtag #Infinitypool wurden auf Instagram über eine Million Bilder veröffentlicht. Viele Gäste fühlen sich durch Handys im Thermalbad aber gestört, deshalb haben einige Ostschweizer Bäder das Handy aus dem Poolbereich verbannt.

«Wir stellen tatsächlich fest, dass oft in den Bädern fotografiert wird», sagt Anna Kristina Bichsel, Mediensprecherin der Tamina Therme in Bad Ragaz. Deshalb finde in Bad Ragaz ein «Digital Detox» statt. Vermehrt soll auf Handys verzichtet werden. «Handys sind bei uns grundsätzlich unerwünscht, bei Influencern machen wir aber Ausnahmen», sagt Bichsel.

Spezielle Handystunden im Pool

Auch der Infinity Pool des Bürgenstock Resorts in Nidwalden wird immer wieder auf Social Media gepostet. Weil sich aber einige Gäste in ihrer Ruhe gestört fühlen, führt das Resort «Flash & Splash»-Stunden ein. Zwischen 7 und 12 Uhr und 17 und 19 Uhr sind Handys und Kinder im Aussenpool erlaubt. In den restlichen Stunden dürfen keine Aufnahmen gemacht werden, schreibt 20 Minuten. Diese Regelung gilt nur für den Infinity Pool, da es dort einen Interessenskonflikt gebe: «Es gibt Hotelgäste, die unbedingt ein Erinnerungsfoto schiessen wollen und solche, die in Ruhe den Ausblick geniessen möchten», sagt Jonas Reif, Kommunikationsmanager des Bürgenstock Resorts.

 

«Therme ist ein Ort der Ruhe»

In der 7132 Therme in der Bündner Gemeinde Vals gibt es bereits seit Jahren ein absolutes Handyverbot. «Bei uns sind keine elektronischen Geräte erlaubt», sagt eine Thermenmitarbeiterin. Vor einigen Jahren habe man ein Übermass festgestellt und deshalb das Verbot eingeführt. «Ist jemand am Handy, kommt der Bademeister und gibt das Handy an der Rezeption ab. Dort kann es nach dem Badeaufenthalt wieder abgeholt werden.» Auch allfällige gemachte Fotos müssen unter der Aufsicht des Bademeisters sofort gelöscht werden. «Die Therme ist ein Ort der Ruhe. Die Gäste möchten in Ruhe gelassen werden.» Dem Handyverbot müssen die Gäste auch mit einem Formular beim Eintritt zustimmen.

Heilbad liegt in Funkloch

Im Appenzeller Heilbad in Heiden kennt man kein Handyverbot. Handys sind dort im Spa-Bereich grundsätzlich erlaubt, nur: «Unser grosser Vorteil ist es, dass wir in einem Funkloch sind», erzählt eine Mitarbeiterin. Die Gäste im Bad kämen gar nicht erst auf die Idee, das Handy mit in das Bad zu nehmen, weil sie damit nichts tun können. «Die Leute wissen, dass das Heilbad ein Ort zum Entspannen ist und deswegen kommen sie auch zu uns.»

Lara Abderhalden
Quelle: abl
veröffentlicht: 15. Februar 2019 16:26
aktualisiert: 18. Februar 2019 13:35