Neue Richtlinien

Heiden will Sichtschutzwände und Steingärten loswerden

5. September 2019, 09:53 Uhr
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Solche, aus Stahlgittern und Steinen bestehende, Sichtschutzmauern sind der Gemeinde Heiden ein Dorn im Auge.
© istock
Die Gemeinde Heiden will das Ortsbild aufpolieren. Dazu hat sie neue Richtlinien erlassen. Mit diesen will sie Sichtschutzwänden und Steingärten einen Riegel schieben.

Es sei ein regelrechter «Wildwuchs», heisst es in einer Medienmitteilung der Gemeinde Heiden. Gemeint sind Sichtschutzwände, Betonmauern und Steingärten. In privaten Gärten seien diese immer beliebter, viele Leute würden sich mit solchen Wänden und Mauern nach aussen abschirmen und statt grüner Wiesen und Sträuchern Kies- und Steingärten anlegen. 

Dies ist der Gemeinde ein Dorn im Auge. «In unserer Gegend sind solche Bauten untypisch und passen nicht ins Dorfbild», heisst es in der Mitteilung der Gemeinde.

Steingärten und Mauern beissen sich mit Appenzeller Baukultur 

Typisch für Heiden seien eng zueinander stehende Prunkbauten mit nach vorne hin offenen Vorgärten. Diese seien mit Blumen, Büschen und Bäumen zu begrünen. 

Die «wie wild wuchernden» Steinwände und -gärten stehen im krassen Gegensatz zur Baukultur im Appenzellerland.

Weniger Beton, mehr Grün 

Damit Heiden nicht zur Steinwüste verkommt, hat die Kommission Bau und Planung neue Richtlinien für Baubewilligungen erlassen. Diese schreiben vor, dass Sichtschutzwände und -mauern über 1,20 Metern aus Beton oder in Drahtkörbe eingelassenen Gesteinsbrocken unerwünscht sind. Erlaubt seien Hecken und «dezent in die Umgebung eingebettete Bauelemente».

Grüner sollen auch die Gärten werden. Hier gilt: Die Aussenflächen seien mit Grünflächen und Pflanzen zu gestalten. Wenn es denn Kies und Stein im Garten haben müsse, soll dies in das landschaftliche Bild des Appenzellerlandes passen und genügend Nischen für Pflanzen, Tiere und Insekten beinhalten. 

Baukultur und Wunsch nach Privatsphäre «abwägen»

Diese neuen Richtlinien will die Gemeinde bei künftigen Baubewilligungen beiziehen. Gänzlich verbieten will sie gerade die Sichtschutzwände nicht. Vielmehr gelte es, «die traditionelle Baukultur und den Wunsch nach Privatsphäre abzuwägen und in Einklang zu bringen».

(mas)

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 4. September 2019 15:00
aktualisiert: 5. September 2019 09:53