Trogen

Kanti-Schüler gründen eigenes Tee-Unternehmen

Géraldine Bohne, 26. Dezember 2019, 20:25 Uhr
Fabio Brocker, Tino Rüsch, Anna Frehner und Sascha Blankenhorn haben ihr eigenes Tee-Unternehmen gegründet.
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Vier Trogener Kantonsschüler produzieren Tee aus dem Appenzellerland. Ihr Unternehmen «Bergluft Tee» gründeten sie im Sommer in der Schule, den Tee verkaufen sie bereits in diversen Läden und bei Bergbahnbetrieben.

Sie sind gerade einmal 17 oder 18 Jahre alt und haben bereits ihr eigenes Unternehmen gegründet. Fabio Brocker, Tino Rüsch, Anna Frehner und Sascha Blankenhorn verkaufen ihren eigenen Tee.

Hoher Kasten, Säntis, Schäfler und Altmann – die vier Tees ihrer Marke «Bergluft Tee» sind nach den bekanntesten Bergen im Alpstein benannt und bestehen aus Kräutern der Region. Das Unternehmen hat sich zudem dafür eingesetzt, dass auch soziale Institutionen unterstützt werden.

Die vier Sorten von «Bergluft Tee».

© FM1Today/Géraldine Bohne

Angefangen hat alles im vergangenen August. Im Rahmen eines einjährigen Schulprojekts in ihrem Schwerpunktfach an der Kantonsschule Trogen gründeten die Vier ihr Unternehmen «Bergluft Tee». «Wir wussten von Anfang an, dass wir Tee machen möchten», sagt Anna Frehner. «Wir wollten ein Produkt, das konsumiert werden kann und lange hält.»  Unterstützt werden sie von «Yes», einer Organisation, die Wirtschaftsprogramme für Schüler entwickelt und betreut. «Uns wurde unter anderem ein Buchhaltungsprogramm zur Verfügung gestellt und wir konnten gratis ein Konto bei der UBS eröffnen», sagt Sascha Blankenhorn. Zudem muss ihre Firma während der Dauer des Schulprojekts nicht ins Handelsregister eingetragen werden.

Soziale Institutionen für Produktion

Komplex war für die Vier aber vor allem die Zusammenstellung der Teemischungen. «Wir haben uns Informationen und Tipps bei einem Teeladen in St.Gallen geholt», sagt Tino Rüsch. Anschliessend wurde ein Kräuterlieferant gesucht. Der Hof Baldenwil wurde als Kräuterlieferant ausgewählt, weil dieser der Stiftung Tosam in Herisau angehört. Die Stiftung bietet Wohn- und Arbeitsplätze für Personen mit unterschiedlichsten Problemen. Eine zweite Stiftung wurde für das Verpacken des Tees hinzugezogen. Die Organisation Obvita setzt sich für Menschen mit Erblindung ein und unterstützt sie bei der Teilnahme am beruflichen Leben. «Wir wollten ein Produkt mit sozialem Hintergrund», sagt Tino Rüsch.

Schon 1000 Tees produziert

Produziert wurden mittlerweile bereits über 1000 Tees, verkauft werden diese erst seit November. «Wir möchten unser Produkt gerne in Bioläden in der Ostschweiz verkaufen», sagt Tino Rüsch. Momentan werden die Bergluft-Tees in diversen Bäckereien, bei den Säntisbahnen und beim Hohen Kasten verkauft. Das Team war auch an Weihnachtsmärkten. «Die Leute verbinden den Tee wegen des Namens mit Erinnerungen», sagt Sascha Blankenhorn. Dies mache den Tee so speziell. Zudem sind die Produkte aus der Region und es werden soziale Institutionen unterstützt.

«Wurden ins kalte Wasser geworfen»

In einem nächsten Schritt möchte die Gruppe neue Verkaufsgeschäfte anwerben. «Wir wurden ins kalte Wasser geworfen, aber wir lernen immer mehr hinzu», sagt Sascha Blankenhorn. Zeit für ihr Unternehmen finden sie in ein paar wenigen Schullektionen, hauptsächlich aber in ihrer Freizeit. Im Frühling möchten sie mit einem Eistee das Sortiment noch erweitern, demnächst soll noch ein Online-Shop aufgeschaltet werden.

Quelle: FM1Today
veröffentlicht: 26. Dezember 2019 20:24
aktualisiert: 26. Dezember 2019 20:25